Ev. Akademie auf Reisen:
Drei Tage vom 4. – 6. September 2001 nach Magdeburg zur Ausstellung des Europarates und des Landes Sachsen-Anhalt "Otto der Große - Magdeburg und Europa" im Kulturhistorischen Museum Magdeburg

Digitale Fotos: Peter R. Seeber


Wir wohnen im Roncalli-Haus, der Bildungs- und Begegnungsstätte des Bistums Magdeburg, und sind dort sehr gut untergebracht.

rechts: Papst Johannes XXIII. (1958-1963) - Angelo Giuseppe Roncalli (1881-1963)

 

Der ottonische Dom St. Mauritius und St. Katharina entstand ab 955 und wurde 967 geweiht. In seiner heutigen Form geht der Dom auf den Erzbischof Albrecht zurück, der 1209 an der Stelle der ottonischen Kathedrale den ersten gotischen Dom auf deutschsprachigem Raum zu erbauen begann. Als Vorbild dienten die damaligen sakralen Bauten Frankreichs. Im Dom befindet sich das Grabmal vom Kaiser Otto I. und seiner ersten Frau Editha. Beeindruckend ist die Heilig-Grab-Kapelle mit dem Herrscherpaar, bei dem es sich wahrscheinlich um um Otto I. und seine Gemahlin Editha handelt.  


Der Chor des Domes. Inmitten das Grabmal von Kaiser Otto dem Großen, verstorben am 7. Mai 973 in Memleben

 

 

Die Recklinghäuser Reisegruppe (links) vor dem Grabmal von Kaiser Otto dem Großen.
1936 - zur Jahrtausendfeier seines Regierungsantritts - wurde das Schriftgitter (rechts) angebracht. Der Vers lautet übersetzt:
"Drei Gründe der Trauer sind unter diesem Marmor eingeschlossen: der König, die Zierde der Kirche, die höchste Ehre des Vaterlandes"

Die sechzehneckige Heilig-Grab-Kapelle wirkt wie eine große Schatulle, die einen besonderen Schatz birgt. Unter ihrem kegelförmigen Dach thront ein von Geheimnissen umgebenes Herrscherpaar. Die Haltung der beiden ist majestätisch und würdevoll. Die Frau hält ein aufgeschlagenes Buch in der Hand als Symbol der Weisheit. Der Mann präsentiert eine Schale mit neunzehn Kugeln.
Viele glauben, es handele sich um den Stifter des Domes, Kaiser Otto und seine erste Frau Editha. Die Kunstforschung meint andererseits, in diesem im 13. Jahrhundert geschaffenen Paar Christus und Maria - die Kirche, zu erkennen. Die tellerartige Scheibe sei Darstellung der Sphaira, der Himmelskugel, Symbol des Weltenherrschers.
Die Frage wird sich wohl nicht mehr zweifelsfrei beantworten lassen.

   
An der Tumba der Königin Editha, erste Frau von Otto I., gestorben am 26. Januar 946.
Auf der Deckplatte der Tumba ist Editha, umschlossen von spätgotischem Astwerk, dargestellt.
  links:
hier war abgebildet das aus Eichenholz geschnittene Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges von Ernst Barlach, 1929 aufgestellt, 1934 als "Entartete Kunst" entfernt, glücklicherweise nur ausgelagert, 1955 am von Barlach selbst ausgewählten Platz wieder aufgestellt. Eindrucksvoll wendet es sich gegen "Heldenkult" und Verherrlichung des Krieges.
Aus urheberrechtlichen Gründen haben wir das privat fotografierte Magdeburger Ehrenmal, dessen fotografische Aufnahme vor Ort nicht verboten war, im September 2004 von unserer Internetseite entfernt.

rechts:
Schnitzerei am Chorgestühl (vor 1363): Jesu Geburt

An der Nordfront des Querschiffes befindet sich das "Jungfrauenportal" mit zehn um 1250 entstandenen Frauenfiguren: die klugen und die törichten Jungfrauen nach dem Gleichnis des Matthäus-Evangeliums.
Sie sind der berühmteste Figurenzyklus des Doms und bringen mit der meisterlichen Differenzierung von Trauer und Freude Verlust oder gewinn des ewigen Lebens zum Ausdruck.
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