Chronilll

Die Evangelische Akademie Recklinghausen 1954 - 2007

von Peter R. Seeber, Recklinghausen

 

Zum 50-jährigen Bestehen der Akademie
gibt es eine Jubiläumsschrift
von Hannspeter Seeber (†)
unter dem Titel
"Wenn Gästebücher erzählen könnten".
Wer sie lesen möchte,
kann sie als pdf-Datei
durch Anklicken des Fotos herunterladen.

Wegen der Größe der Datei dauert dies eine kleine Zeit.

 

Die Evangelische Akademie Recklinghausen e.V. ist eine evangelische Erwachsenenbildungseinrichtung, die sich in Vorträgen, Vortragsreihen, Seminaren, Wochenend-Tagungen, Tages-Exkursionen, Studientagungen und Studienfahrten mit kirchlich-theologischen, gesellschaftspolitischen, ethischen und kulturellen Fragen beschäftigt. An den Veranstaltungen, die meist im „Haus des Kirchenkreises" an der Limperstraße 15 in Recklinghausen stattfinden und die in jeweils zwei Halbjahresprogrammen und über die Presse veröffentlicht werden, kann jede/jeder Interessierte teilnehmen. Finanziell getragen wird dieser von einem fünfköpfigen, ehrenamtlichen Vorstand und einem Beirat geleitete Arbeitskreis hauptsächlich durch die Beiträge seiner rd. 390 Mitglieder (Stand: Juli 2004), durch kirchliche Zuschüsse und durch Landesmittel nach dem Weiterbildungsgesetz des Landes NRW. Im Rahmen des großen Recklinghäuser Weiterbildungsangebotes nimmt die Ev. Akademie Recklinghausen seit Jahren ihren speziellen Platz ein. Im Oktober 2004 besteht sie 50 Jahre.

     Die Anfänge gehen zurück auf einen „Evangelischen Kulturkreis", der kurz nach dem 2. Weltkrieg von dem damaligen Pfarrer und späteren Superintendenten Wilhelm Geck (1892-1989) zur Aufarbeitung der religiösen und kulturellen Probleme jener Zeit ins Leben gerufen worden war. Durch Kontakte mit der damaligen Evang. Akademie Hemer (heute in Iserlohn) und in Zusammenarbeit mit geistig und theologisch interessierten Gemeindegliedern aus verschiedenen Berufszweigen entstand aus diesem „Evangelischen Kulturkreis" der „Recklinghäuser Arbeitskreis e.V. der Evang. Akademie Westfalen", zu dessen Vorsitzenden ganz bald Studienrat Wilhelm Kurz (1888-1972) gewählt wurde. Er hat sich von 1954 bis Januar 1966 mit großer Treue und selbstlosem Einsatz und beachtlichem Geschick für diese Form evangelischer Erwachsenenbildungsarbeit eingesetzt.

     Die offizielle Eröffnung der Evangelischen Akademie Recklinghausen wurde am 18. Oktober 1954 mit einem Vortrag von Prof. Dr.-Ing. H. F. Schwenkhagen, Technische Akademie Wuppertal, über das Thema: „Ist die Technik das Heil der Welt?" vollzogen. In der „Recklinghäuser Zeitung" vom 13.10.1954 war zu lesen:
     „Wie in anderen Städten des Ruhrgebietes haben sich auch in Recklinghausen einige Frauen und Männer zu einem Arbeitskreis der Evang. Akademie Westfalen zusammengeschlossen. Dieser Arbeitskreis will die Arbeit des seit langem hier bestehenden Evang. Kulturkreises fortsetzen und erweitern. Er lehnt sich eng an die Evang. Akademie Westfalen in Hemer, aber auch an die der anderen Evang. Akademien, von denen es zwölf in der Bundesrepublik und vier in der Sowjetzone gibt, an. ...
     Der nun auch hier gebildete Arbeitskreis wendet sich an alle geistig interessierten Menschen ohne Unterschied. Er will die in den Evang. Akademien immer nur in verhältnismäßig kleinem Rahmen erörterten Fragen in weitere Kreise tragen durch Vorträge, soweit möglich von solchen Rednern, die an den Akademien gesprochen haben, aber auch darüber hinaus von Frauen und Männern aus den verschiedensten Richtungen. Weiter ist an Aussprache im kleineren Kreis gedacht, an Hausgemeinschaften, wie sie sich in Nachbarstädten gebildet haben, aber auch schon hier bestehen, an Laienspiele, Dichterlesungen, musikalische Veranstaltungen u. ä.. Auch er möchte wie die Evang. Akademien Stunden der Besinnung schaffen."

     Diese umfassende Aufgaben-Beschreibung hat dann 1955 ihren Niederschlag in der Satzung des eingetragenen Vereins gefunden, wo es in § 4 bis heute heißt:
     „Der Verein soll - unabhängig von einseitig politischen, kirchenpolitischen oder wissenschaftlichen Bindungen - eine Stätte geistiger Auseinandersetzungen sein. Seine Aufgabe ist es, in der Begegnung mit der Welt und ihren Problemen im Licht des Evangeliums Glaubens- und Lebensfragen zu klären, christliches Glaubensgut in der Welt zu verwirklichen und das christliche und soziale Verantwortungsgefühl zu pflegen und zu stärken."

     ||||| folgender Text wird überarbeitet: Zur Verdeutlichung dieser Programmatik seien hier beispielhaft einige Vortragsthemen bzw. -reihen der letzten Jahre genannt: „Theologische Aspekte der Ökologie", „Kirche und homosexuelle Liebe", „Das Abendmahl im ökumenischen Dialog", „Der offene Strafvollzug - Zukunftschance für Straffällige und die Gesellschaft", „Christliche Ethik - bessere Ethik?", „Vielleicht ist es nie zu spät ... Ehekrisen - Ehechancen", „Die Situation der jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland", „Die Kirche soll sich nicht um Politik kümmern!", „1954 - 1984 Politische Träume - politische Wirklichkeiten", „Die ethischen Dimensionen des Nord-Süd-Konfliktes", „Die Weiblichkeit Gottes", „Jesus und die Frauen", „Mit Eva fing es an", „Die Kunst des Sterbens", „Neues aus der Sektenszene", „Tempelkult und Totentaufe - Die geheimen Rituale der Mormonen", „Frieden, Freiheit, Einheit - zum deutsch-deutschen Verhältnis", „Manipulation am Menschen - Sozialethische Fragen zur Gentechnologie", „Weltlich an Gott glauben - Dietrich Bonhoeffer", „Sterbehilfe - Mord oder Nächstenliebe?", „Christen und Apartheid", „Aids - brauchen wir eine neue Sexualmoral?", „Radio aus der Nachbarschaft - Lokalfunk-Perspektiven", „Anthroposophie und christlicher Glaube", „Die Situation der Frau in Kirche und Gesellschaft", „Schulen in christlicher Trägerschaft", „Die evangelische Kirche in der DDR", „Naturwissenschaft und Theologie", „Gespräche zu sozialen Fragen": Arbeitslosigkeit - Unternehmerisches Risiko heute - Die Zukunft des Steinkohlebergbaus - Sozialpflichtigkeit des Eigentums - Vermögensbeteiligung der Arbeitnehmer - Asylanten in Recklinghausen - Sozialhilfeempfänger in Recklinghausen - Ist unser Gesundheitswesen noch zu finanzieren?, Theologische Seminare z.B. über „Jesus der Christus im Johannes-Evangelium", „Paulus - Mensch und Theologe", „Glauben erwerben - Glauben erhalten", „Von den Schwestern lernen - Perspektiven feministischer Theologie". |||||

     Eine Reihe der hier genannten Veranstaltungen wurde in Zusammenarbeit mit dem Kath. Kreisbildungswerk Recklinghausen in Form des "Ökumenischen Forums", der VHS Recklinghausen, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, dem Erwachsenenbildungsreferat, dem Schulreferat und dem Ökumenereferat des Kirchenkreises durchgeführt.

     Neben der geistigen Auseinandersetzung bei den Vortragsveranstaltungen möchte die Evang. Akademie Recklinghausen es auch ermöglichen, neue menschliche Kontakte zu knüpfen oder schon bestehende zu vertiefen. Dies geschieht besonders in von der Teilnehmerzahl her begrenzten Seminaren, in mehrtägigen Studientagungen außerhalb Recklinghausens, bei Tagesexkursionen und nicht zuletzt auf den Studienfahrten.
     Diese Studienfahrten führten in den letzten 30 Jahren unter anderem nach Taizé, Genf, Israel, und mehrfach nach Ägypten (4x). Griechenland, Irland, Sizilien, Jordanien, die Französische Riviera, die Toskana und Kreta (2x) wurden besucht.  Kulturelle Schätze wurden auf Malta, in der Friaul, auf Sardinien, Zypern, im Tal der Loire, in Neukastilien, auf dem Jakobsweg und in der Bretagne bestaunt. Die Bodenseeregion, Südtirol, die Recklinghäuser Partnerstädte Akko und Douai und Moskau und St. Petersburg waren weitere Studienfahrt-Höhepunkte.


Seit 1990 wurden bewusst und schwerpunktmäßig die neuen Bundesländer besucht:
   Thüringen mit Gotha, Weimar, Jena, Naumburg, Mühlhausen, Wartburg, Schmalkalden, Meiningen;
   Sachsen: vielfach ging es in den letzten 14 Jahren nach Dresden - zur Frauenkirche!!!
   Sachsen-Anhalt: die Lutherstadt Wittenberg, Magdeburg und die Altmark
   mit Stendal und Tangermünde waren dort u. a. Reiseziele;
   Mecklenburg-Vorpommern: Waren und das Müritzgebiet, Schwerin, Rostock, Wismar, Güstrow
   und andere Orte;
   Brandenburg: mehrere Studienfahrten führten nach Berlin und Potsdam.

    Wie schon bei der Liste der Studienfahrten der letzten 13 Jahre ersichtlich ist es seit der Wiedervereinigung Deutschlands dem Vorstand und dem Beirat der Akademie ein großes Anliegen, durch Vorträge und Begegnungen, durch oben erwähnte Studienreisen in die "neuen" Bundesländer und durch Einladungen von Referentinnen und Referenten aus Mitteldeutschland einen kleinen Beitrag zum Zusammenwachsen Deutschlands zu leisten.
       Wir sind sehr dankbar, dass viele Damen und Herren aus Thüringen und Sachsen, aus Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu uns kamen und zu uns sprachen.
       Wir sind stolz darauf, dass wir auf einer speziellen Webseite eine große Liste mit den Namen der Referentinnen und Referenten aus den neuen Bundesländern veröffentlichen können, die in den letzen dreizehn Jahren bei der Evangelischen Akademie Recklinghausen zu Gast waren. Zu den bekanntesten Referentinnen und Referenten zählen in alphabetischer Folge:
Propst a.D. Dr. Heino Falcke, Erfurt, Bischof Dr. Gottfried Forck, Berlin, Joachim Gauck, Berlin, Dr. Gregor Gysi, MdB, Berlin, Dr. Regine Hildebrandt, Woltersdorf, Dr. Reinhard Höppner, Ministerpräsident a. D., Magdeburg, Landesbischof Roland Hoffmann, Eisenach, Generalsuperintendent Dr. Günter Krusche, Berlin, Bischof i.R. Werner Krusche, Magdeburg, Prof. Dr. Claus-Peter März, Erfurt, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, Nordhausen, Günter Schabowski, Rotenburg, Pastor Friedrich Schorlemmer, Lutherstadt Wittenberg, Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe, Potsdam, Bischof Klaus Wollenweber, Görlitz.

     Das jeweilige Halbjahres-Veranstaltungsprogramm kann kostenlos bei der Geschäftsstelle der Akademie in Recklinghausen, Limperstraße 15 (Tel. 02361-206203) angefordert werden. Zur Zeit (September 2008) zeichnen dafür als Vorstand verantwortlich:

          Vorsitzender:  Peter R. Seeber (für weitere Auskünfte: Tel. 02361-499345)
          Stellvertretender Vorsitzender:  Peter Borggraefe
          Schriftführer:  Reinhard Wahnes
          Schatzmeister:  Helmut Puller

      Viele Personen haben sich in den vergangen Jahren für den "Recklinghäuser Arbeitskreis e.V." der Evangelischen Akademie Westfalen und dann für die "Evangelische Akademie Recklinghausen e.V." verantwortlich gefühlt. Von denen, die über viele Jahre hinweg im Vorstand und im Beirat das Programm der Akademie mitgestaltet und damit das Leben der Akademie nachhaltig geprägt haben, seien hier die wohl wichtigsten Damen und Herren genannt, von denen leider die meisten heute nicht mehr leben:
      Superintendent Wilhelm Geck, Studienrat Wilhelm Kurz, Amtsdirektor Quaatz, Kaufmann Elsner, Dr. med. Hanns Ehrgott, Rektorin Käthe Berthold, Berg.-Ass. Bernhard Florin, Amtsgerichtsdirektor Dr. Albrecht und Ehefrau Charlotte,  Kriminalrat Günther Bauer, Dr. Dipl.-Ing. Helmut Fritzsche, Dr. med. Werner Senff, Carl Heinz Battefeld, Heinrich Dormann, Hildegard Grüter, Dieter Karhof, Pfarrer Ulrich Lübbermann, Pfarrer Martin Hausdorf,  Studienrat Albrecht Koslowsky, Erika Krosta, Eleonore Kloppenburg.

      Von Anfang an haben sich die Verantwortlichen bemüht, weite Kreise der Bevölkerung anzusprechen - keineswegs nur Akademiker, keineswegs nur Protestanten. Darum ist für uns mit dem Wort "evangelisch" keine Ausschließlichkeit gemeint. Das ökumenische Anliegen ist dem Vorstand der letzten Jahre ein wesentlicher Gesichtspunkt, zumal sich unter den Mitgliedern der Akademie nicht wenige katholische Christen befinden. Das fast jährlich stattfinde „Ökumenische Forum" bringt Christen beider Konfessionen näher.

     Auf Allgemeinverständlichkeit bei den Vortragsveranstaltungen wird großer Wert gelegt. Wir wollen keine reine Wissensanhäufung betreiben, sondern die gegenwartsbezogene Lebenssituation der Teilnehmer einbeziehen. Dabei stellen wir immer wieder fest, wie bei den Veranstaltungsbesucherinnen und -besuchern die Scheu, sich vor anderen zu artikulieren, abnimmt. Man ist nicht nur "bei der Sache"; man ist oftmals bei Fragen der eigenen Person, der eigenen Existenz. Wir sind dabei zu lernen, nicht nur ü b e r etwas zu sprechen, sondern u n s s e l b s t in das Gespräch einzubringen. So waren über Jahre hinweg die Veranstaltungen, die irgendwie die Existenz des Menschen betreffen, die heutige Lebensfragen aufgreifen oder auch zu Themen unserer zeit Position beziehen, spürbar besser besucht als solche, in denen es um bloße Information oder 'geistige Unterhaltung' geht.

     In einer vor Jahren im Vorstand und Beirat erfolgten Standortbestimmung der Evang. Akademie Recklinghausen gegenüber den unterschiedlichen Erwachsenenbildungsaktivitäten der Kirchengemeinden und ihren Zielsetzungen wurde formuliert:

Wir sind Kirche, aber nicht Gemeinde

Wir versuchen einen Dienst für die Menschen in Kirche und Gesellschaft

- 1 -  Wir sind nicht neutral - unsere Grundlage ist der christliche Glaube

- 2 -  Wir haben keinen 'missionarischen' Auftrag; darum verfolgen wir keine Zubringerdienste für die Ortsgemeinde (gottesdienstliche Gemeinde); unser Angebot ist übergreifend auf Stadt und Kirchenkreis hin orientiert

- 3 -  Wir haben weniger eine stabilisierende Aufgabe, sondern eher eine kritisch hinterfragende

- 4 -  Bei uns kommt bewusst die/der andere zu Wort: geistige Auseinandersetzung, unbequeme Thesen, Kritik an Kirche und Gesellschaft, positiv „Anstoß erregen" um Anstöße zu geben

- 5 -  Wir praktizieren ökumenische und weltanschauliche Offenheit durch Referenten und Veranstaltungsbesucher

- 6 -  Wir helfen mit, Probleme zu lösen, bieten aber keine Patentrezepte an, sondern versuchen Alternativen zur Diskussion zu stellen

- 7 -  Wir haben bewusst ein sehr vielfältiges Themenangebot

- 8 -  Unser Dienst als „Stadt-Akademie" geschieht weniger aus Sorge um den Fortbestand der Institution Kirche, sondern vielmehr aus Interesse an einer Weiterentwicklung christlichen Lebens in der Gesellschaft

- 9 -  Wir haben keine festen Gruppen (wie Kirchengemeinden), sondern unser Angebot ist offen für jedermann. Dadurch besteht auch Interesse bei kirchlich Fernstehenden, die sonst Vereinnahmung befürchten

- 10 -  Wir sind den 'Einschränkungen' des engeren Horizonts der Gemeindearbeit nicht unterworfen, darum können wir eine stärkere Öffnung zur 'Welt' praktizieren durch Themenwahl und unbequeme Referenten.

     Die Diskussion dieser Leitgedanken und die konkrete Umsetzung in das jeweilige Halbjahresprogramm muss als ein lebendiger Prozess stets neu geführt werden.

    Die Ev. Akademie Recklinghausen hat im Laufe von 50 Jahren mit Höhen und Tiefen beharrlich versucht, eine „Stätte geistiger Auseinandersetzungen" zu sein. Sie hat umstrittene kirchliche und gesellschaftspolitische Fragen angepackt und in der Recklinghäuser Öffentlichkeit und darüber hinaus zur Diskussion gestellt. Sie hat Menschen zusammengeführt, aber nicht vereinnahmt, die auf der Grundlage der christlichen Botschaft konkrete Glaubens- und aktuelle Lebensfragen für sich und für ihr Verhalten zu den Mitmenschen und der Natur zu klären bereit waren. Sie hat Ärger und Zustimmung erregt und wird dies hoffentlich auch in Zukunft tun. Ihr ging es nicht darum, nur vorhandene Meinungen - Mehrheitsmeinungen - und Lebensauffassungen zu stärken. Ihr ging und geht es in gleicher Weise darum, vorhandene Einstellungen in Frage zu stellen und zu einem Überdenken zu ermuntern. Dabei ist das „offene" Veranstaltungsangebot Not und Chance zugleich: Zwischen den Gefahren der Unverbindlichkeit und der Anonymität einerseits und den Gefahren der akademischen Exklusivität und einer falschen christlichen Bevormundung andererseits wird der oft mühselige, aber doch chancenreiche Weg der „kleinen Schritte" auch in Zukunft zu gehen sein. Der Weg, auf dem Menschen sich begegnen, miteinander sprechen, einander näher kommen, umdenken lernen und dann vielleicht gemeinsam versuchen, die Probleme des Lebens zu meistern und an je ihren Plätzen am Aufbau einer menschenwürdigen Welt mitzuarbeiten und so für andere im Sinne christlichen Verantwortungsgefühls zu wirken.

Stand: August 2004

Wer etwas über die Ziele und Themen der Studienfahrten und Studientagungen der letzten 30 Jahre erfahren möchte, klicke bitte auf die Sphinx

 


In Ergänzung der Chronik veröffentlichen wir die

Rechenschaftsberichte des Vorsitzenden für die Jahre 2000 - 2007

Bericht für das Jahr 2000 auf der Mitgliederversammlung der Evangelischen Akademie Recklinghausen e.V. am 15. März 2001:

Meine Damen und Herren, Sie haben sicherlich das Blatt mit der Jahresstatistik 2000 in den Händen. Darauf sehen Sie, dass wir im letzten Jahr 22 Vortragsveranstaltungen hatten, an denen insgesamt rund 2.200 Personen teilgenommen haben. Das sind drei Vortragsabende weniger als im Jahr zuvor bei etwa gleich bleibender Teilnehmerzahl.

Ein Jahr vorher 1998 waren es nur 18 Vorträge. Ich bin der Meinung, dass wir mit dem Angebot von 22 Vorträgen im Jahr 2000 nicht faul gewesen sind. Bei 25 und mehr Vorträgen im Jahr muss der Vorstand dann doch schon zittern, dass ausreichend Besucher kommen oder ob es unsern Mitgliedern und eventuell auch der interessierten Öffentlichkeit zu viel wird.

Da wir heute bewusst kein kopiertes Gästebuch vorlegen, möchte ich einige Veranstaltungen vom Thema und von den Referenten her in Erinnerung rufen.

Zu den theologisch-kirchlichen Themen zählten die Behandlung der gemeinsamen Erklärung über die Rechtfertigung mit Pfr. Wolfgang Klein aus Saarbrücken, das Lebensbild des Theologen Christianus Gerson aus Recklinghausen, aufbereitet von unserm Vorstandsmitglied Peter Borggraefe, der Vortrag von Professorin Dr. Annemarie Schimmel über „Gott als einende Seele im multikulturellen Europa", Anton Stephan Reyntjes Gedanken über „Neue Glaubensbekenntnisse", und Dr. Rüdiger Hauths Ausführungen zur „religiös-weltanschaulichen Szene zur Jahrtausendwende". Dr. Gottfried Müller aus Jena sprach über die Kirchen im Prozess der Säkularisierung und eröffnete damit das letztjährige Ökumenische Forum, das in dem Vortrag von Prof. Dr. Paul Schladoth über „die Zukunft von Kirche und Religion in einer sich verändernden Gesellschaft" sicherlich seinen Höhepunkt hatte.

Wir erinnerten uns an Johann Sebastian Bach zu dessen 250. Todestag mit Oberkirchenrat Dr. Theodor Glaser aus München in der Christus-Kirche und hörten vorher an gleicher Stelle wie alljährlich Dr. Eugen Drewermann über „Dostojewski – den Dichter der Menschlichkeit".

Gesellschaftspolitische Fragen wurden mit Dipl.-Ing. Frank Scherschmidt aus Weimar über „Billiger Strom und die Folgen – Energieprobleme im neuen Jahrhundert" und mit Oberkirchenrat Udo Hahn über „Streitgedanken zur Medienethik" behandelt. Zu diesen gesellschaftlichen Fragen gehörten auch die Abende mit Prof. Dr. Wilhelm Kuttler über das „Stadtklima und seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit" wie die letzte Veranstaltung am 8. Dezember mit Renate Künast, der Vorsitzenden von Bündnis 980/DIE GRÜNEN, über die „Politische Utopie und politische Praxis". Den Weg von den Visionen zur Machbarkeit hat sie dann fünf Wochen später als neue Ministerin sehr intensiv beschritten – und ist noch dabei.

Die beiden Abende mit OMEGA und den entsprechenden Themen über schwer kranke Kinder und die „letzten Tage – Sterbende begleiten" gingen allen zuhörenden Damen und Herren wegen ihres existentiellen Charakters sehr unter die Haut.

Der Bereich „Kunst und Kultur" wurde durch Literaturvorstellung, Dichterlesung und kunsthistorischen Lichtbildervortrag abgedeckt.

Auf unserer fünftägigen theologisch-kirchengeschichtlichen Studientagung befassten sich 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der ARD-Fernsehreihe „2000 Jahre Christentum – eine Religion verändert die Welt". Es war ein Wagnis, sich über Tage hinweg mehrere 45-minütige Fernsehaufzeichnungen anzuschauen und dann darüber zu diskutieren. Ich glaube, das Wagnis ist gelungen. Es war für uns alle beeindruckend, die 2000jährige Geschichte der weltweiten Christenheit mit ihren Höhen und Tiefen ausschnittsweise zu erleben und sich dabei als ein Glied der großen Gemeinschaft der Christen zu fühlen. Hervorragend die Unterbringung und Verpflegung in der kath. Landvolkshochschule Freckenhorst. Leider sind dort für dieses Jahr keine Plätze mehr frei. Aber für den Oktober 20002 haben wir uns dort bereits wieder angemeldet.

Das Lüneburger Kirchenkabarett „Die Talartisten" machte uns zum 2. Mal viel Freude.

Unsere Fahrten sind immer ganz besondere Erlebnisse. Das hat sich bei vielen herumgesprochen. Darum sind sie auch immer ganz schnell ausgebucht. Der Preis stimmt, die Organisation lässt nichts zu wünschen übrig: betreutes Reisen zu den Sehenswürdigkeiten der Welt – und dazu gehörten im letzten Jahr neben Kreta auch die Altmark, Heidelberg und zum 4. Mal Dresden mit dem musikalischen Erleben in der teilweise fertig gestellten Oberkirche der Frauenkirche.

An dieser Stelle füge ich ein, dass wir für die 2. Berlin-Fahrt in diesem Jahr vom 18. – 22. September noch einige Plätze frei haben.

Das Jahr 2000 hat dem Vorstand ganz schön Arbeit gemacht, aber auch Erfüllung und Freude gebracht. Seit der letzten Mitgliederversammlung vom 10. März 2000 sind wir mit Peter Borggraefe wieder komplett und fünfköpfig. Und das ist schön so! Ich möchte meinen Mitstreitern im Vorstand herzlich danken für die gute Zusammenarbeit. Und wenn wir jetzt an diesem Wahlabend auch noch Wahlkampf machen müssten, ich glaube, wir hätten ganz gute Karten.

Zur äußeren Gestalt unseres Programmheftes, das nun bereits zum 3. Mal in der neuen, ansprechenden Form mit den Fotos unserer Referenten und den einleitenden Texten erschienen ist, haben wir manch positives Wort gehört. Dass damit spürbar mehr Arbeit verbunden ist, ist einleuchtend. Aber Werbung muss heute auch für eine ehrenamtlich geleitete Bildungseinrichtung ein gewisses Niveau haben. Und ich will auch nicht verschwiegen, dass wir unsere Halbjahresprogrammhefte auch stets an die Damen und Herren versenden, die wir als Referentinnen und Referenten gewinnen wollen. Und die sollen dann auch nicht den Eindruck bekommen, dass sie nach Klein-Kleckersdorf eingeladen werden. Denn unsere Ev. Akademie Recklinghausen kennt man bundesweit so gut wie an keinem Ort.

Ja, und nun lassen Sie mich schnell auch noch ankündigen, dass wir beschlossen haben, mit unseren Halbjahresprogrammen auch ins Internet zu gehen. Die Vorbereitungen sind im vollen Gange. Für die Erstellung der ersten Seiten nehmen wir natürlich die Hilfe von Profis in Anspruch. Die permanente Pflege der Web-Seiten, also die jeweilige Aktualisierung, die sehr wichtig ist, soll von uns selbst vorgenommen werden. Ich gehe davon aus, dass wir unser Programm für das 2. Halbjahr bereits im Netz präsentieren werden. Natürlich gibt es unser gedrucktes Programm weiterhin.

Zurück zu unserer Jahresstatistik 2000!

Die Zahl der Veranstaltungsbesucher nach den Eintragungen in unseren Teilnahmelisten und nach den notwendigen Aufrundungen lag bei rd. 2.200 Personen. Dies sind rund 300 Personen weniger als in 1999. Ich sehe darin aber keinen Niedergang unserer Akademie. Eine leichte Minderung, was ja auch bei der etwas niedrigeren Veranstaltungszahl kein Wunder ist. Dennoch muss ich auch heute wieder sagen, dass ich mir an dem einen oder anderen Abend mehr Zuhörerrinnen und Zuhörer gewünscht hätte. Es kann doch nicht immer Regine Hildebrandt sein, wo vor 14 Tagen über 600 Personen in der Christuskirche dabei waren. Bringen Sie doch ruhig mal Ihre Freunde, Bekannten, Nachbarn oder sonstige liebe Menschen mit zu unsern Abenden.

Die Zahl unserer Mitglieder ist zum Ende des Jahres 2000 gegenüber Ende 1999 um 10 Personen auf 404 gesunken. Am Ende des Jahres 1998 waren wir noch 428 Mitglieder und der Vorsitzende träumte damals von demnächst 450 Personen. Es blieb ein Traum. Immerhin ist unser Rückgang prozentual viel geringer als der fallende Aktienkurs. Das tröstet auch.

Die alters- und gesundheitsbedingten Austritte und die sieben Verstorbenen konnten durch eine Reihe von Eintritten nicht ausgeglichen werden.

Am heutigen Tag haben wir 406 Mitglieder. Wie viele Gruppen, Vereine und Parteistadtverbände wären glücklich, wenn sie 400 eingeschriebene und zahlende Mitglieder hätten!!!

Trotzdem die Bitte des Vorstandes an Sie: Werben Sie für unsere Akademie. Sammeln Sie neue Mitglieder!

Über die Finanzen werden Sie wie stets gleich noch umfassend von unserm Schatzmeister Werner Maethner informiert. Aber eins möchte ich auch heute wie in der Vergangenheit wieder sagen: Herzlichen Dank besonders an diejenigen, an die vielen von Ihnen, die im letzten Jahr 2000 und nun auch wieder für 2001 den Jahresbeitrag durch eine Spende erhöht haben! Wenn wir weiterhin neben den festen Beiträgen durch Spenden unterstützt werden, dann können wir auch für die nahe Zukunft den Jahresbeitrag auf niedriger Höhe halten, auch wenn wir nachher durch die Umstellung auf den Euro im nächsten Jahr – falls Sie zustimmen - eine kleine Beitragserhöhung vornehmen werden.

 

7 Mitgliederrundbriefe wurden im Jahr 2000 an Sie verschickt. Es war die Nummer 200 darunter. Naiv wie er ist hatte sich der Vorsitzende gedacht, dass wohl jemand bei ihm anrufen und dieses kleine Jubiläum würdigen würde. Fehlanzeige!

Der Vorstand kam im letzten Jahr 4 x zusammen, davon einmal mit dem Beirat.

Selbstverständlich haben wir uns bei unseren Veranstaltungen und auch telefonisch immer wieder verständigt ohne dass es deswegen zu einer förmlichen Sitzung kommen musste. Gleiches gilt für unsere Zusammenkünfte bei den drei Presseterminen des letzten Jahres. Auch hier wurden vor und nach den Gesprächen mit der Presse kurzfristig Dinge besprochen, die mit den Veranstaltungen oder sonstigen Akademieangelegenheiten zusammenhingen.

Zum letzten Pressetermin am 27. Februar dieses Jahres mit Frau Dr. Regine Hildebrandt habe ich einmal für die Presse alle Daten zusammengestellt, an denen wir Referentinnen und Referenten aus den neuen Bundesländern bei uns hatten. Es ist eine stattliche Liste geworden, die auch Sie heute Abend, wenn Sie wollen, mitnehmen dürfen. Ich bin dankbar, dass unser gesamter Vorstand in den letzten Jahren hier voll mitgezogen hat, dass wir durch Begegnungen, durch viele Vorträge mit mitteldeutschen Referentinnen und Referenten und durch eine Vielzahl von entsprechenden Reisen, unsern bescheidenen Beitrag zum Zusammenwachsen unseres Landes leisten konnten – und dies auch weiterhin betreiben werden.

Ich komme zum Schluss und möchte Dank sagen:

Unser Dank gilt Ihnen, die Sie unsere Veranstaltungen regelmäßig besuchen und unsere Arbeit unterstützen. Unser Dank gilt Ihnen, die Sie Ihren Beitrag pünktlich zahlen und oft auch mal eine Spende überweisen. Ihr Geld wird von uns gut und sinnvoll ausgegeben.

Unser Dank gilt Frau Susanne Müller vom Gemeindebüro der Altstadt für das Schreiben der Protokolle, die Führung unserer Mitgliederkartei und das Anschreiben an die neuen Mitglieder.

Beim Versenden der Halbjahresprogramme und der Rundbriefe hilft nach wie vor das Ehepaar Erika und Gustav Krosta sehr intensiv mit. Herzlichen Dank dafür!

Unser Dank gilt dem Herrn Wosinski, dem Hausmeister dieses Gebäudes. Er hat durch das häufige Herrichten dieses Raumes seine „Last" mit uns..

Dank sage ich auch dem Kirchenkreis, dass er uns diesen Raum für die Durchführung unserer Veranstaltungen kostenlos zu Verfügung stellt.

Bedanken möchten wir uns auch bei dem Evang. Gemeindeverband Recklinghausen und der Evang. Kirchengemeinde Recklinghausen-Altstadt für die finanzielle Förderung unserer Arbeit in Höhe von 2.000, -- DM bzw. 2.500, -- DM jährlich.

Unser Dank gilt der Presse, die stets unsere Vorankündigungen bringt und auch hin und wieder auch über eine Veranstaltung berichtet hat. Das dies öfter sein würde, wäre unser Wunsch. Aber natürlich haben viele unserer Vorträge keinen ausgesprochen lokalen Bezug, den die Lokal- und Kreispresse für ihre Berichterstattung immer wieder einfordert.

Mein Dank gilt den übrigen Vorstandsmitgliedern für viele Anregungen, Ideen, Vorschläge und übernommene Dienste.

Mein Dank gilt den Beiratsmitgliedern für manch gute Programm-Anregung und für viele Kassen- und Kontrolldienste.

Meine Damen und Herren, ich bin am Ende des diesjährigen Rechenschaftsberichtes.

Ohne dem Ergebnis der nachher folgenden Vorstandswahlen vorweg zu greifen hoffe ich wie immer auf eine weiterhin gute und freundschaftliche Zusammenarbeit und Unterstützung im Interesse unserer Evang. Akademie Recklinghausen, die im übrigen in wenigen Monaten, im Oktober 2004, 50 Jahre alt wird. Darüber sollten wir auch mal nachdenken.
                                                                                                        
                                                                                                                                                                    Peter R. Seeber


Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden für das Jahr 2001

auf der Mitgliederversammlung am 3. Mai 2002

Meine Damen und Herren, einen Jahresbericht zu geben, der auf zusammenfassenden Zahlen einer Jahresstatistik beruht, ist das eine und das leichte. Eine Würdigung, eine kritische Bewertung der angebotenen und erfolgten Veranstaltungen zu geben, ist das andere, das ungleich schwerere.

Sie haben auf Ihren Plätzen die Jahresstatistik 2001, die Rechenschaft gibt über die Zahl unserer Veranstaltungen, die Besucher- und Mitgliederzahlen, die Beitragshöhe, die Zahl der Rundbriefe, die Sitzungs- und Pressetermine. Diese Statistik ist relativ leicht zusammen zu stellen. Ich werde gleich darauf näher eingehen.

Aber was haben wir im Jahr 2001 erreicht, was haben wir geleistet, was haben wir gewollt, was ist mit unseren Veranstaltungen gelungen, was hat gefehlt, wo gab es Enttäuschungen, wo sind wir „Stätte geistiger Auseinandersetzung" gewesen und wo nicht, wo haben wir uns nur „berieseln" lassen, welche Referentinnen und Referenten haben uns weitergebracht, von welchen waren wir enttäuscht? Das sind nur einige Fragen, die dem Vorsitzenden beim Abfassen dieses Berichtes durch den Kopf gehen. Und es geht noch weiter: Was können wir überhaupt leisten mit unseren begrenzten Fähigkeiten, mit unserer Vereinsstruktur, mit den gegebenen räumlichen Möglichkeiten? Fragen über Fragen, die wir heute Abend gewiss nicht beantworten können, zu denen aber Sie als Mitglieder an der einen oder anderen Stelle etwas sagen sollten.

Und wie soll es in einer überschaubaren Zukunft weitergehen? Mit welchen Konzepten? Mit welchen Schwerpunkten? Mit welchen Personen?

Ich komme zur Jahresstatistik 2001 und damit zur 1. Seite des Papiers, das Ihnen vorliegt. Darauf sehen Sie, dass wir im letzten Jahr 17 Vortragsveranstaltungen hatten, fünf weniger als im Vorjahr, an denen insgesamt rund 2.100 Personen teilgenommen haben.

Gestiegen ist die Zahl der Sonderveranstaltungen wie die Besichtigung der Fachhochschule und die Besichtigung der Ikonen-Ausstellung. Dazu kommen zwei Berlin-Studienfahrten, die sehr schöne Studienfahrt in die Bretagne, eine kurze Studienfahrt nach Magdeburg und die theologische Studientagung. Und auch im letzten Jahr hatten wir eine wohl gelungene Kabarett-Veranstaltung. Alles im allem, so meine ich, dass wir von der Quantität her viel angeboten haben.

Die Mitgliederzahl, Sie sehen es an den Vergleichszahlen, stagniert.

Der Jahresbeitrag hatte sich in 2001 nicht geändert

Bei den Rundbriefen gab es wohl einen weniger. Werden diese oftmals sehr langen Briefe eigentlich von Ihnen gelesen? Auf grund von Anfragen und Äußerungen habe ich manchmal den Eindruck, dass sie doch von einer Reihe Mitglieder schnell weggelegt werden.

Die Sitzungstermine von Vorstand und Beirat und die Pressetermine sind der Vollständigkeit halber auch angegeben. Ich habe den Eindruck, dass wir oft genug getagt haben.

Soweit das statistische Material zum Jahr 2001.

Welche Themen mit welchen Referentinnen und Referenten wir im letzten Jahr behandelt haben, das habe ich diesmal erstmalig auf der Rückseite abgedruckt. Es kann unserer Erinnerung am heutigen Abend dienen.

Und damit bin ich bei dem bereits vorhin angeschnittenen 2. Punkt dieses Berichtes: Was haben wir mit der entsprechenden Themenstellung und der Einladung von bestimmten Referentinnen und Referenten hören gewollt und wie weit sind unsere Erwartungen erfüllt oder enttäuscht worden? Wo hatten wir den Eindruck, dass sich jemand auf den Abend bei uns vorbereitet hat und wo hatten wir den Eindruck, dass es nur mit der linken Hand geschah? Hatten wir, der Vorstand, überhaupt wichtige und möglichst viele von uns bewegenden Themen ausgewählt, oder war das eine oder andere nur ein Programmfüller?

Ich könnte nun zu jedem Abend etwas sagen, aus ganz persönlicher Sicht. Ich tue das heute nicht. Im Vorstand und Beirat halten wir meist einen kleinen Veranstaltungsrückblick. Und da gibt es dann durchaus und verständlicherweise unterschiedliche Meinungen. Und so wird es auch bei Ihnen sein. Darum: sagen Sie Ihre Meinung zu dem einen oder anderen Abend nachher in der Aussprache. Ich für meine Person habe die allermeisten Veranstaltungen in guter bis sehr guter Erinnerung. Als überragender Höhepunkt bleibt für mich der Abend mit Regine Hildebrandt in der Christus-Kirche.

Was mir manchmal fehlt, ist eine deutliche Gegenposition zu dem jeweiligen Referenten, der Referentin. Wir müssten zum gleichen Thema zwei oder drei Abende anbieten oder am gleichen Abend zwei Referenten mit unterschiedlichen Thesen bei uns haben. Aber wie sollen wir das leisten? Dies ist sicherlich ein Minus in unserer Bildungsarbeit. Und eine Gegenposition in der Aussprache aufzubauen, gelingt den allerwenigsten von uns. So bleibt es oft nur eine Frage- und Antwort-Spiel. Leider.

Also: konzeptionelle und methodische Überlegungen sind erforderlich!

Doch damit dieser Abschnitt nicht ganz so pessimistisch endet, möchte ich hier einmal zitieren. Hellmut Seemann, der neue Präsident der Stiftung Weimarer Klassik, sagt in einem Interview in der neuen Ausgabe des „Weimar Kultur Journal": „Ich verbinde mit Akademie die Vorstellung eines Ortes, wo man Dinge vertiefen, Freunde treffen, den Austausch lernen und praktizieren kann." Vielleicht trifft davon ja auch ein wenig auf unsere Ev. Akademie Recklinghausen zu. Es wäre nicht schlecht.

Zur äußeren Gestalt unseres Programmheftes, das nun einschl. des letzten Heftes bereits zum 6. Mal in der neuen, ansprechenden Form mit den Fotos unserer Referenten und den einleitenden Texten erschienen ist, gibt es von mir fast nichts zu sagen. Es macht viel Arbeit, die fertigen Seiten für den Druck zu erstellen. Aber wir haben damit auch etwas Ordentliches in der Hand, mit dem wir unsere Gäste einladen können und sie nicht den Eindruck haben müssen, wie ich es schon vor einem Jahr sagte, dass sie nach Klein-Kleckersdorf eingeladen werden. Denn unsere Ev. Akademie Recklinghausen kennt man ja bundesweit immer noch nicht so richtig.

Seit dem 25. Juli 2001 ist unsere Akademie mit einer eigenen Homepage unter www.evakre.de im Internet. Die Grundstruktur wurde von einem freien Mitarbeiter der Firma kreatkomm in Absprache mit uns entwickelt. Die permanente Pflege der Web-Seiten, also die jeweilige Aktualisierung, die sehr wichtig ist, wird von uns selbst vorgenommen.

Zum Inhaltlichen: unser jeweiliges Halbjahresprogramm ist dort abzurufen. Wir weisen mit besonderen Hinweisen und Fotos auf die jeweils nächste Veranstaltung hin und veröffentlichen unter „Aktuelles" viele kurze Meldungen aus dem Bereich unserer Akademie. Einen erheblichen Umfang nehmen unsere Fotoseiten ein, auf denen wir von fast allen Vortragsveranstaltungen und den Studienfahrten viele digitale Fotos einstellen. Und unter der Rubrik „Das schrieb die Presse" veröffentlichen wir mit Einverständnis der Redaktionen die uns vorliegenden Presseberichte über die Akademieveranstaltungen. Wir bieten eine ausführliche „Chronik" an, die in den nächsten Wochen und Monaten noch ergänzt werden muss. Und alles, was nicht mehr ganz aktuell ist, soll nicht verloren gehen, sondern wandert in das immer größer werdende „Archiv".

Einmal wöchentlich können wir bei unserm Server puretec die jeweilige Wochenstatistik abrufen. In diesem Jahr gab es bisher zwischen 61 und 122 Zugriffe von unterschiedlichen Rechnern pro Woche. Das ist für unserer Organisation, bei der man nichts bestellen und kaufen kann und die auch keine unanständigen Fotos veröffentlicht, ein sehr gutes Ergebnis. Und wenn man bedenkt, dass bundesweit, gar weltweit, an der Ev. Akademie Recklinghausen kein allzu großes Interesse besteht, sind diese Zahlen gewiss positiv zu werten. Aber ich will auch nicht verschweigen, dass Angaben von unseren Internetseiten auch schon von anderen Anbietern übernommen wurden und dass z.B. am letzten Freitag zwei Personen aus Lehrte beim Hesse-Vortrag anwesend waren, die über unsere Internetseiten davon erfahren hatten.

Ich komme zum Schluss und möchte wie immer Dank sagen:

Unser Dank gilt Ihnen, die Sie unsere Veranstaltungen regelmäßig besuchen und unsere Arbeit unterstützen. Unser Dank gilt Ihnen, die Sie Ihren Beitrag pünktlich zahlen und oft auch mal eine Spende überweisen.

Unser Dank gilt Frau Susanne Müller vom Gemeindebüro der Altstadt für das Schreiben der Protokolle, die Führung unserer Mitgliederkartei und das Anschreiben an die neuen Mitglieder.

Beim Versenden der Halbjahresprogramme und der Rundbriefe hilft nach wie vor das Ehepaar Erika und Gustav Krosta häufig mit. Herzlichen Dank dafür!

Unser Dank gilt dem Herrn Wosinski, dem Hausmeister dieses Gebäudes. Er hat durch das häufige Herrichten dieses Raumes seine „Last" mit uns.

Dank sage ich auch dem Kirchenkreis, dass er uns diesen Raum für die Durchführung unserer Veranstaltungen kostenlos zu Verfügung stellt. Das ich mir manchmal die Technik und auch die Temperaturen besser wünschen würde, das wissen sie. Aber wir haben nun mal kein eigenes Gebäude, in dem wir manches besser organisieren könnten.

Bedanken möchten wir uns auch in diesem Jahr bei dem Evang. Gemeindeverband Recklinghausen und der Evang. Kirchengemeinde Recklinghausen-Altstadt für die finanzielle Förderung unserer Arbeit. Die Gelder für 2002 sind auch schon auf unserm Konto eingegangen.

Unser Dank gilt der Presse, die stets unsere Vorankündigungen bringt und auch hin und wieder auch über eine Veranstaltung berichtet hat. Das dies öfter sein könnte, wäre unser Wunsch.

Mein Dank gilt den übrigen Vorstandsmitgliedern für viele Anregungen, Ideen, Vorschläge und übernommene Dienste.

Mein Dank gilt den Beiratsmitgliedern für manch gute Programm-Anregung und für viele Kassen- und Kontrolldienste. Ich würde mir natürlich auch wünschen, dass manche Beiratsmitglieder durchaus häufiger bei unseren Veranstaltungen anwesend wären.

Meine Damen und Herren, ich bin am Ende meines diesjährigen Rechenschaftsberichtes und danke Ihnen fürs Zuhören.

Peter R. Seeber


 Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden für das Jahr 2002

auf der Mitgliederversammlung am 1. April 2003

Wir kommen damit zu Punkt 3: „Bericht des Vorsitzenden". Dazu erhalten Sie das Papier „Statistik 2002" und die Zusammenstellung all unserer letztjährigen Veranstaltungen.

Meine Damen und Herren,

im letzten Jahr gab es in unserer Akademie einige, zum Teil schmerzliche, personelle Veränderungen: am 27. August 2002 ist unser Vorstandsmitglied Eleonore Kloppenburg verstorben – ein großer Verlust für uns. Sie alle hier wissen um ihr Engagement für unsere Akademie. Es ist sehr schade, dass sie nicht mehr unter uns ist.

Am 5. Dezember konnten wir dann auf einer Sonder-Mitgliederversammlung Thomas Damm, Pfarrer in der Kirchengemeinde Bruch in Recklinghausen-Süd zum neuen Vorstandsmitglied wählen. Erste Ideen hat er eingebracht. Je länger er bei uns ist, desto seltener werden seine Terminüberschneidungen mit einem pfarramtlichen Dienst und dem Mitwirken in der Akademie werden.

Im Herbst hat unser Schatzmeister Werner Maethner, der seit über 10 Jahren nach Frau Gertrud Rausch auch unsere Kassenführung durchgeführt hat, was keineswegs zu den Aufgaben eines ehrenamtlichen Schatzmeisters gehört, erklärt, dass er diesen freiwilligen Arbeitsbereich abgeben möge. Wir im Vorstand und auch der Beirat haben dafür volles Verständnis gezeigt. Wir sagen unserm Schatzmeister auch an dieser Stelle ein großes Dankeschön für seinen besonderen Einsatz und dafür, dass er der Akademie erhebliche Ausgaben gespart hat. In Frau Hanna Haack haben wir eine sehr qualifizierte Mitarbeiterin beim Kirchenkreis Recklinghausen gefunden, die ab 1. Januar dieses Jahres unsere Kassenführung erledigt, natürlich mit einem speziellen Mitarbeitervertrag. Werner Maethner bleibt natürlich unser Schatzmeister.

Und da wir an dieser Stelle bei den personellen Veränderungen sind, werfen Sie bitte einen Blick auf unseren Mitgliederbestand. Unsere Mitgliederzahl ist rückläufig. Wir haben der 8 Verstorbenen gedacht. Einige sind aus Alters- bzw. Gesundheitsgründen zum Jahresende ausgetreten. Und Sie wissen selbst, dass das Durchschnittsalter der Akademie-Mitglieder inzwischen ganz schön hoch ist. Wir, das heißt Sie, meine Damen und Herren, müssen neue Mitglieder werben, damit wir nicht im Laufe der kommenden Jahre vergreisen bzw. aussterben. Und ich mache kein Geheimnis daraus: auch der Vorsitzende ist alters- und amtsmüde geworden. Es ist kein leichtfertiges Gerede, wenn ich sage, dass ich die „Amtsgeschäfte" möglichst bald in andere, in jüngere Hände geben möchte.

Ich komme zur Jahresstatistik 2002 und damit zu dem Papier, das Ihnen vorliegt. Darauf sehen Sie, dass wir im letzten Jahr 18 Vortragsveranstaltungen hatten, eine mehr als im Vorjahr, an denen insgesamt rund 2.100 Personen teilgenommen haben. Mit den Zahlen der Besucher der Opernaufführung, der Filmabende und des NASCHUWA-Konzertes kommen wir auf 2.3000 Veranstaltungsbesucher.

Dazu kommen zwei Düsseldorf-Fahrten, zwei Studienfahrten nach Moskau / St. Petersburg und zum Bodensee, Tagesfahrten zu Ausstellungen bzw. Museen nach Paderborn, Osnabrück / Bramsche und die fünftägige Studientagung in Freckenhorst über die zehn Gebote und die neuen Werte. Alles im allem, so meine ich, haben wir von der Quantität her viel angeboten.

Der Jahresbeitrag hatte sich in 2002 mit der Euro-Umstellung durch Beschluss der Mitgliederversammlung im Mai bewusst erhöht. Dennoch, Sie werden es von Herrn Maethner gleich hören, ist ein kleines Minus entstanden. Aber für eine Beitragserhöhung zum nächsten Jahr ist meines Erachtens kein Grund vorhanden.

Es gab sieben Rundbriefe. Auch heute die Frage: Werden diese oftmals sehr langen Briefe eigentlich von Ihnen gelesen? Sollen wir sie beibehalten, reduzieren oder einstellen? Und gleich noch eine Frage: sollen wir die Jahreskalender und / oder die roten Aufkleber weiter bestellen oder einstellen? Wir würden schon einige Euro damit einsparen. Allerdings entfiele damit auch ein kleines Werbemittel.

Die Sitzungstermine von Vorstand und Beirat und die Pressetermine sind der Vollständigkeit halber auch angegeben. Ich habe den Eindruck, dass wir oft genug getagt haben.

Soweit das statistische Material zum Jahr 2002.

Welche Themen mit welchen Referentinnen und Referenten wir im letzten Jahr behandelt haben, das können Sie sich mit dem ebenfalls vorliegenden Blatt noch einmal in Erinnerung rufen.

Ich könnte nun zu jedem Abend etwas sagen, aus ganz persönlicher Sicht. Ich tue das ganz bewusst nicht. Im Vorstand und Beirat halten wir meist einen kleinen Veranstaltungsrückblick. Und da gibt es dann durchaus und verständlicherweise unterschiedliche Meinungen. Und so wird es auch bei Ihnen sein. Darum: sagen Sie Ihre Meinung zu dem einen oder anderen Abend nachher in der Aussprache – wenn Sie wollen.

Im letzten Jahr habe ich einen nicht unbedeutenden Mann aus Weimar zitiert – es war nicht Goethe - : „Ich verbinde mit Akademie die Vorstellung eines Ortes, wo man Dinge vertiefen, Freunde treffen, den Austausch lernen und praktizieren kann." Vielleicht trifft, was unser Veranstaltungsjahr 2002 angeht, davon ein wenig auf unsere Ev. Akademie Recklinghausen zu. Es wäre nicht schlecht.

Seit dem 25. Juli 2001 ist unsere Akademie mit einer eigenen Homepage unter www.evakre.de im Internet. Unter TOP 10 können und sollten wir nachher Erfahrungen austauschen und eventuelle Anregungen geben.

< aus dem letzten Jahresbericht:

Zum Inhaltlichen: unser jeweiliges Halbjahresprogramm ist dort abzurufen. Wir weisen mit besonderen Hinweisen und Fotos auf die jeweils nächste Veranstaltung hin und veröffentlichen unter „Aktuelles" viele kurze Meldungen aus dem Bereich unserer Akademie. Einen erheblichen Umfang nehmen unsere Fotoseiten ein, auf denen wir von fast allen Vortragsveranstaltungen und den Studienfahrten viele digitale Fotos einstellen. Und unter der Rubrik „Das schrieb die Presse" veröffentlichen wir mit Einverständnis der Redaktionen die uns vorliegenden Presseberichte über die Akademieveranstaltungen. Wir bieten eine ausführliche „Chronik" an, die in den nächsten Wochen und Monaten noch ergänzt werden muss. Und alles, was nicht mehr ganz aktuell ist, soll nicht verloren gehen, sondern wandert in das immer größer werdende „Archiv".

Einmal wöchentlich können wir bei unserm Server puretec die jeweilige Wochenstatistik abrufen. In diesem Jahr gab es bisher zwischen 61 und 122 Zugriffe von unterschiedlichen Rechnern pro Woche. Das ist für unserer Organisation, bei der man nichts bestellen und kaufen kann und die auch keine unanständigen Fotos veröffentlicht, ein sehr gutes Ergebnis. Und wenn man bedenkt, dass bundesweit, gar weltweit, an der Ev. Akademie Recklinghausen kein allzu großes Interesse besteht, sind diese Zahlen gewiss positiv zu werten. Aber ich will auch nicht verschweigen, dass Angaben von unseren Internetseiten auch schon von anderen Anbietern übernommen wurden und dass z.B. am letzten Freitag zwei Personen aus Lehrte beim Hesse-Vortrag anwesend waren, die über unsere Internetseiten davon erfahren hatten. >

Ich komme zum Schluss und möchte wie immer Dank sagen:

Unser Dank gilt Ihnen, die Sie unsere Veranstaltungen regelmäßig besuchen und unsere Arbeit unterstützen. Unser Dank gilt Ihnen, die Sie Ihren Beitrag pünktlich zahlen und oft auch mal eine Spende überweisen.

Unser Dank gilt Frau Susanne Müller vom Gemeindebüro der Altstadt, Herrn Wosinski, dem Hausmeister dieses Gebäudes, Herrn Ganss von der Druckerei des Kirchenkreises und nun seit einigen Monaten auch Frau Haack, die unsere Akademiekasse mit allen Buchungen führt.

Bedanken möchten wir uns auch in diesem Jahr bei dem Evang. Gemeindeverband Recklinghausen und der Evang. Kirchengemeinde Recklinghausen-Altstadt für die finanzielle Förderung unserer Arbeit. Die Gelder für 2003 sind auch schon auf unserm Konto eingegangen.

Mein Dank gilt den übrigen Vorstandsmitgliedern für die vielfältig gute Zusammenarbeit im Interesse unserer Akademie und natürlich auch den Beiratsmitgliedern für manch gute Programm-Anregung und für vereinzelten Kassen- und Kontrolldienste. Wie vor einem Jahr sage ich auch heute: Ich würde mir sehr wünschen, dass manche unserer Beiratsmitglieder durchaus etwas häufiger an unseren Veranstaltungen teilnehmen würden.

Meine Damen und Herren, ich bin am Ende meines diesjährigen Rechenschaftsberichtes und danke fürs Zuhören.

Peter R. Seeber


Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden für das Jahr 2003
auf der Mitgliederversammlung am 23. März 2004

Meine Damen und Herren,
es sind 10 Punkte, die Sie erwarten dürfen.

1. Bemerkung: keine der im letzten Jahr geplanten Veranstaltungen ist ausgefallen. Es gab nur eine thematische Veränderung: nach der Absage des NRW-Verkehrsministers sprang kurzfristig Karl-Friedrich Schulte-Uebbing ein mit seinem anschaulichen Vortrag über notwendige strukturelle Veränderungen im Vest. Ich finde das gut. Es spricht für den guten Gesundheitszustand der von uns Eingeladenen.

Die ursprünglich geplante theologische Studientagung in Freckenhorst konnte wegen des geringen Interesses noch rechtzeitig abgesagt werden. Die für den Herbst dieses Jahres geplante Tagung in Wittenberg mit einem Tagesbesuch in Halle wird sicherlich mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer anlocken.

2. Bemerkung: wir hatten im letzten Jahr 19 Vortragsveranstaltungen, eine mehr als im Vorjahr, zwei mehr als 2001. Nehme ich die hohe Besucherzahl bei Dr. Drewermann heraus, ergibt das für 18 Veranstaltungen einen Durchschnitt von 65 Personen. Das finde ich sehr gut.

Bei den übrigen exquisiten Abenden wie „Engel in Fetzen", dem Naschuwa-Konzert und den drei Filmabenden hätte ich mir mehr Zuspruch gewünscht.

Wie viele Personen unsere Bibelausstellung in der Sparkasse Vest Recklinghausen besucht haben, lässt sich nicht sagen. Erfreulich stark war jedenfalls die Eröffnung mit Oberkirchenrätin Dr. Damke besucht.

3.: Alle unsere Studienfahrten – zweimal nach Meiningen / Schmalkalden, nach Südtirol und zur Partnerstadt Douai waren wie immer in den letzten Jahren so gut wie ausgebucht. Meist existierte sogar noch eine Warteliste. Als Lob werden immer wieder die sehr gute Vorbereitung und Durchführung und manch kleine Überraschung genannt. Auch empfinden die Teilnehmenden es als sehr angenehm, dass in unseren Reisepreisen alle Kosten enthalten sind und nicht wie bei manch anderen Organisationen für die eine oder andere Unternehmung zusätzlich gezahlt werden muss.

4. Bemerkung: wie im letzten Bericht vor einem Jahr muss ich auch heute sagen: unsere Mitgliederzahl ist leicht rückläufig. Im letzten Jahr allein ein Rückgang von 392 auf 376 Mitglieder. 376 Personen - das ist immerhin noch eine stattliche Zahl für eine Organisation, für einen Verein wie den unseren. Mit dem heutigen Tag sind es 383 Mitglieder. Aber vier haben bereits ihren Austritt satzungsgemäß zum Jahresende erklärt.

Der Altersdurchschnitt liegt sehr hoch. Menschen zwischen 25 und 50 Jahren kommen hin und wieder mal zu unseren Veranstaltungen, sind aber an einer Mitgliedschaft nicht interessiert. Das kann ich zum Teil auch verstehen. Und wenn unsere Bildungsarbeit, und in der Vergangenheit haben wir das öfters betont, ein offenes Angebot sein soll, für das wir über die entsprechenden publizierenden Medien werben und zu dem man je nach Interessenlage kommen kann ohne weitere Verpflichtung und Bindung, dann brauchen wir die geringer werdende Mitgliederzahl nicht zu beklagen. Sie hat allerdings mittel- und langfristig Auswirkungen auf unsere Finanzlage.

Darum 5.: mein Dank und damit auch der des gesamten Vorstandes gilt allen Mitgliedern, die uns trotz fortschreitenden Alters nicht verlassen, die ihren Beitrag zahlen ohne noch an unseren Veranstaltungen teilnehmen zu können. Mein besonderer Dank gilt all denen, die zusätzlich zum niedrigen Jahresbeitrag eine Spende überweisen. Im letzten Jahr betrug die Höhe des Spendenaufkommens 44,74 % gegenüber dem Beitragsaufkommen. Das ist sehr erfreulich. Wir danken Ihnen. Es zeigt aber auch, dass auf diese Weise die Arbeit des Vorstandes ihre Anerkennung findet.

6.: Wer auf sein Produkt aufmerksam machen will, muss Werbung betreiben; wer auf sein Veranstaltungsangebot aufmerksam machen will, muss Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Wir haben 2 x im Jahr unser Halbjahresprogramm, das in einer Auflage zwischen 3.000 und 3.500 Exemplaren mit noch erfolgender finanzieller Unterstützung der Sparkasse Vest Recklinghausen gedruckt wird. In 55 Großbriefumschlägen werden jeweils 20 Exemplare an Recklinghäuser Kultur- und Schuleinrichtungen verteilt. Auch die evangelischen Kirchengemeinden erhalten entsprechende Exemplare mit der Bitte um das Auslegen. Wir veröffentlichen Veranstaltungshinweise in der Presse, laden durch unsere Rundbriefe gezielt und intensiv Sie, die Mitglieder, ein. Über erfolgte Veranstaltungen wird leider selten in der Presse berichtet. Man sagt: es fehlt der Lokalbezug. Schließlich sei noch unsere Homepage www.evakre.de erwähnt, die weltweit auf unsere Aktivitäten aufmerksam macht und bei bestimmten Veranstaltungen auch einige auswärtige Besucherinnen und Besucher zu uns nach Recklinghausen gelockt hat. Aber reicht das? Vorstand und Beirat werden sich mit realistischen Werbemaßnahmen zu beschäftigen haben.

Punkt 7: Ich sprach eben vom hohen Altersdurchschnitt unserer Mitglieder. Auch im Blick auf den Vorstand ist die fortschreitende Alterung nicht zu übersehen. Im nächsten Jahr stehen turnusmäßig Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Es wird Veränderungen im Vorstand gegeben müssen. Auch der Vorsitzende, er hat es im letzten Jahr schon angedeutet, ist alters- und amtsmüde geworden. Ich brauche nicht deutlicher zu werden.

8.: Ich möchte einiges zum Inhaltlichen sagen. Schwerpunkt waren im letzten Jahr ganz eindeutig die Veranstaltungen zum „Jahr der Bibel". Und da ist an erster Stelle unsere großartige Bibelausstellung zu nennen, die ganz wesentlich von Peter Borggraefe verantwortet wurde. Auch an dieser Stelle sei Dir, lieber Peter, noch einmal unser herzlicher Dank dafür ausgesprochen. Noch in diesen Wochen wird der Begleittext zur Ausstellung mehrfach von unseren Internetseiten herunter geladen. Viel Lob gab es von Oberkirchenrätin Doris Damke, die zur Eröffnung einen ausgezeichneten Vortrag hielt, und von den vielen Besucherinnen und Besuchern in der damaligen Kreissparkasse, deren Zahl uns nicht bekannt ist. Über die Landesgrenzen hinweg fand unsere Bibelausstellung Anerkennung, so dass unsere Partnerstadt Douai im Dezember ihre Bibelschätze gemeinsam mit den Highlights unserer Ausstellung zeigte. 42 Personen waren mit der Akademie im Dezember bei der Eröffnung dabei.

Ich habe auch die anderen Vorträge im Zusammenhang mit dem „Jahr der Bibel" in guter Erinnerung: Frau Dr. Tönges mit „Die Bibel – eine große Bibliothek", Dr. Hauth „Es steht geschrieben ... – Wie die Sekten mit der Bibel umgehen", den Lichtbildervortrag über Chagalls Botschaft der Bibel von Pfarrer Speckbrock und dann natürlich die drei Jesus-Filme, präsentiert und kommentiert von Thomas Damm.

Ohne nun im Einzelnen auf die all die anderen Veranstaltungen einzugehen will ich aber doch sagen, dass wir nach meiner Meinung mit dem Thema der deutsch-israelischen Beziehungen und den Palästinensern, der Lesung von Josef Reding, der Präsentation des newPark-Projektes, dem Herdergedenken und dem übervollen Abend zum einfachen Leben mit Tiki Küstenmacher goldrichtig lagen, während die Himmelereignisse in der Astronomie und in der Bibel, die Würdigung der neuen geistlichen Lieder und die Geschichte von 200 Jahre Kirchensteuer für mich nicht zu den gelungenen Abend zählen.

Das Naschuwa-Konzert war ein Erlebnis in leider allzu kalter Kirche. Alle unsere Studienreisen nach Meiningen, Schmalkalden, Südtirol und Douai, zum Teil mit geschichtlichen Einführungsvorträgen von Peter Borggraefe, waren eine runde Sache.

Ich glaube, wir dürfen mit den Veranstaltungen des zurückliegenden Jahres sehr zufrieden sein. Unseren jeweiligen Gästen gilt Dank. In gleicher Weise auch unserm Vorstand, der sich sehr bemüht hat. Und den guten Anregungen und der Mitarbeit unserer Beiratsmitglieder.

9. Die Sitzungstermine von Vorstand und Beirat und die Pressetermine sind der Vollständigkeit halber auch angegeben. Ich habe den Eindruck, dass wir auch in 2003 oft genug getagt haben.

Soweit der Rückblick auf 2003. Sie haben sicher wieder Lust auf ein neues Gläschen Wein.

10. Zum Schluss wie immer der Dank:

Unser Dank gilt Ihnen, die Sie unsere Veranstaltungen regelmäßig besuchen und unsere Arbeit unterstützen. Unser Dank gilt Ihnen, die Sie Ihren Beitrag pünktlich zahlen und oft auch mal eine Spende überweisen.

Unser Dank gilt Frau Susanne Müller vom Gemeindebüro der Altstadt, Herrn Wosinski, dem Hausmeister dieses Gebäudes, Herrn Ganss von der Druckerei des Kirchenkreises und nun seit über einem Jahr auch Frau Haack, die unsere Akademiekasse bucht.

Bedanken möchten wir uns auch in diesem Jahr bei dem Evang. Gemeindeverband Recklinghausen und der Evang. Kirchengemeinde Recklinghausen-Altstadt für die finanzielle Förderung unserer Arbeit. Leider hat der Gemeindeverband für 2004 auf nur 500 € reduziert.

Mein Dank gilt den übrigen Vorstandsmitgliedern für die vielfältig gute Zusammenarbeit im Interesse unserer Akademie und natürlich auch den Beiratsmitgliedern für manch gute Programm-Anregung und für vereinzelten Kassen- und Kontrolldienste.

Meine Damen und Herren, ich bin am Ende meines diesjährigen Rechenschaftsberichtes und danke fürs Zuhören.

Peter R. Seeber


Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden für das Jahr 2004
auf der Mitgliederversammlung am 27. April 2005

dazu gibt es das Papier „Statistik 2004“ und die Zusammenstellung aller letztjährigen Veranstaltungen.

Meine Damen und Herren,

wie lange dieser Bericht dauert, kann ich nicht sagen. Ich habe ihn, wie es auch Joschka Fischer vor dem Untersuchungsausschuss sagte, nicht meiner Frau oder anderen Personen vorgelesen.

         Sieben Punkte habe ich vorgesehen.

1. Unsere Ev. Akademie wurde im letzten Jahr 50 Jahre alt. Nach meiner Einschätzung haben wir dieses Jubiläum im angemessenen Rahmen und mit sehr guten Veranstaltungen gut „über die Bühne gebracht“. Wer anderer Meinung ist, möge bitte aufstehen und es sagen. Unsere Jubiläumsschrift „Wenn Gästebücher erzählen könnten“ bekam viel Lob. Ein noch ausreichend großer Restbestand ist noch davon vorhanden. Unsere Jubiläumsuhr finde ich nach wie vor gut. Im Hinblick auf den Verkauf war sie ein Flop. Da hat der Vorstand wohl das Zugehörigkeitsgefühl unserer Mitglieder zur Akademie zu hoch eingeschätzt.

2. Wie Sie aus der vorliegenden Statistik ersehen können hatten wir außer den Jubiläumsveranstaltungen 18 Vortragsveranstaltungen, zwei Filmabende, eine theologische Studientagung, einen Kabarettabend, zwei Studienfahrten nach Prag über Dresden und nach Schottland und eine Tagesfahrt nach Köln. Wenn Sie sich dazu nun die Seiten 3 – 5 mit der thematischen Auflistung aller Veranstaltungen ansehen sind Sie hoffentlich mit mir der Meinung, dass wir ein starkes Programm hatten, das sich für uns als kleine Bildungseinrichtung wohl sehen lassen kann. Wer anderer Meinung ist, möge bitte aufstehen und es sagen.

Die einzelnen Veranstaltungen werde ich heute aus meiner Sicht bewusst nicht bewerten. Jede Zuhörerin und jeder Zuhörer kommt mit unterschiedlichen Erwartungen und nimmt von der Veranstaltung Unterschiedliches mit nach Hause. Eindeutige Kriterien zur Beurteilung gibt es nicht – jede und jeder hat seine persönliche Sicht und Erfahrung. Sie haben allerdings nachher bei der Aussprache die Gelegenheit, sich zu der einen oder anderen Veranstaltung zu äußern.

3. Die Besucherzahl von knapp 3.000 Personen hat ein Rekordergebnis gebracht. Es sind rund 700 – 1.000 Personen mehr als in den Vorjahren. Das finde ich sehr gut. Aber es wird so nicht weitergehen. Wer anderer Meinung ist, möge bitte aufstehen und es sagen.

4. Nicht so erfreulich ist es um unsere Mitgliederzahl bestellt. Wie schon im Bericht des letzten Jahres muss ich auch heute sagen: unsere Mitgliederzahl ist nach wie vor leicht rückläufig. Oben auf Seite 2 sehen Sie die Entwicklung der Mitgliederzahl seit 1995. Vom Jahresende 2003 zum Jahresende 2004 sind es 11 Mitglieder weniger. Und seit dem Höchststand von 1998 waren es Ende 2004 63 Mitglieder weniger. Allerdings sage ich auch heute wieder: manch lautstarke Partei würde sich auf Stadtebene über eine so große Zahl eingeschriebener und Beitrag zahlender und manchmal auch spendender Mitglieder freuen. Wer anderer Meinung ist, möge bitte aufstehen und es sagen.
           Die Menschen in unserm Lande werden älter. Das ist gut so. Unser Land braucht die Erfahrung der Alten, den Sachverstand und das ehrenamtliche Engagement. Darum beklage ich den hohen Altersdurchschnitt unserer Akademiemitglieder nicht. Und somit gilt auch heute mein Dank und damit auch der des gesamten Vorstandes allen Mitgliedern, die uns trotz fortschreitenden Alters nicht verlassen, die ihren Beitrag zahlen ohne noch an unseren Veranstaltungen teilnehmen zu können. Mein besonderer Dank gilt all denen, die zusätzlich zum niedrigen Jahresbeitrag eine Spende überweisen. Das ist sehr erfreulich. Wir danken Ihnen. Es zeigt aber auch, dass auf diese Weise die Arbeit des Vorstandes ihre Anerkennung findet. Wer anderer Meinung ist, möge bitte aufstehen und es sagen.

5. Es gab im letzten Jahr im Vorstand eine personelle Veränderung. Unser langjähriger Schatzmeister Werner Maethner, dem wir an dieser Stelle noch einmal herzlich für seine geleistete Arbeit sehr danken, musste aus gesundheitlichen Gründen sein Amt abgeben. Sein Nachfolger Wilfried Orlowski hat sich dankenswerterweise schnell und sachkundig eingearbeitet. Seinen ersten Kassenbericht werden Sie gleich zu hören bekommen.
           Zwei Personen, die mit unserer Akademie eng verbunden waren, möchte ich noch erwähnen und an sie denken: Irmgard Battefeld, die Ehefrau von Carlheinz Battefeld, der von 1988 bis 1991 unser Vorsitzender war, war bis zu ihrem Tod im letzten Jahr stark an unserer Arbeit interessiert und nahm, so weit es ihre Gesundheit zuließ, an unseren Veranstaltungen teil. Und da ist Ulrich Lübbermann, unser Beiratsmitglied, der mit schwerer Krankheit im Altenheim in Suderwich lebt. Manch gute Anregung zu gesellschaftspolitischen Themen kam von ihm. Beiden gilt mein, gilt unser Dank.

6. Ich möchte heute einmal etwas ausführlicher auf unsere Homepage www.evakre.de hinweisen, auf deren unterschiedliche Seiten wöchentlich zwischen 500 bis 1.500 Zugriffe erfolgen. Besonders gefragt sind die Seiten, auf denen wir Texte, Vortragsmanuskripte, Reiseberichte, das Begleitheft zur Bibelausstellung, unser Jubiläumsheft oder die jeweiligen Halbjahresprogramme ins Netz gestellt haben. Ich nenne mal einige Zahlen:

In der letzten Woche hatten wir Zugriffe von 479 unterschiedlichen Rechnern. 269 unterschiedliche Seiten unserer Homepage wurden angefordert. Die Summe aller Zugriffe betrug in der letzten Woche 1.232. Unter den Top 20 liegt auf Platz 2 mit 90 Zugriffen das Begleitheft „Die Heilige Schrift im Spiegel der Buchdruckerkunst ...“. Auf Platz 3 liegt das Vortragsmanuskript von Frau Dr. Tönges „Die Bibel – eine große Bibliothek“ mit 42 Zugriffen. Unsere Jubiläumsschrift auf Platz 5 wurde ebenfalls 42 mal angefordert. Und der 17seitige Reisebericht unserer Moskau / St. Petersburg-Studienreise vom Juli 2002 (bald drei Jahre her) wurde in der letzten Woche 31 mal angeklickt und sicherlich als Pdf-Datei auch herunter geladen. Er liegt damit auf Platz 7.
           Sie spüren sicher bei dem Hören dieser wenigen Zahlen, dass unser Internetauftritt nicht nur eine Selbstdarstellung der Akademie oder eine zeitaufwendige Beschäftigung eines Ruheständlers ist, sondern eine zeitgemäße moderne Weiterbildungsmöglichkeit für Interessenten weltweit darstellt.

7. Ich komme zum Schluss – und das ist wie immer der Dank.

Unser Dank gilt Ihnen, die Sie unsere Veranstaltungen oft besuchen und unsere Arbeit unterstützen. Unser Dank gilt Ihnen, die Sie Ihren Beitrag pünktlich zahlen und oft auch mal eine Spende überweisen.
           Unser Dank gilt Frau Susanne Müller vom Gemeindebüro der Altstadt, Herrn Wosinski, dem Hausmeister dieses Gebäudes, Herrn Ganss von der Druckerei des Kirchenkreises und auch ganz besonders Frau Haack, die unsere Akademiekasse bucht.
         Bedanken möchten wir uns ganz besonders auch in diesem Jahr beim Evang. Gemeindeverband Recklinghausen und der Evang. Kirchengemeinde Recklinghausen-Altstadt für die finanzielle Förde­rung unserer Arbeit. Wie diese Unterstützung weiter geht, steht angesichts der angespannten finanziellen Lage der Kirchengemeinden in den Sternen. Ein gewichtiger Grund, weshalb wir nachher eine Beitragserhöhung ab 2006 beschließen müssen.
         Mein Dank gilt den übrigen Vorstandsmitgliedern für die vielfältig gute Zusammenarbeit im Interesse unserer Akademie und natürlich auch den Beiratsmitgliedern für manch gute Programm-Anregung und für vereinzelten Kassen- und Kontrolldienste.
         Meine Damen und Herren, ich bin am Ende meines diesjährigen Rechenschaftsberichtes und danke fürs Zuhören.

Peter R. Seeber


Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden für das Jahr 2005
auf der Mitgliederversammlung am 24. April 2006

dazu gibt es das Papier „Statistik 2005“ und die Zusammenstellung aller letztjährigen Veranstaltungen.
 

Meine Damen und Herren,

          1. Wie Sie aus der vorliegenden Statistik ersehen können hatten wir im letzten Jahr 27 Vortragsveranstaltungen, drei Filmabende, einen Schiller-Balladenabend mit Scherenschnittfiguren, zwei Studienfahrten ins Baltikum und nach Dresden und eine Tagesfahrt zu Burgen an der Ruhr. Auf den Seiten 2 – 4 habe ich noch einmal sämtliche Veranstaltungen im Einzelnen aufgeführt. Es war ein sehr vielfältiges Programm, das der Vorstand unter teilweiser Mithilfe des Beirates auf die Beine gestellt hat. Und es war im Hinblick auf unsere kleine Organisation ein anspruchsvolles Programm, das von vielen Menschen angenommen wurde.

Es gehört zu meiner seit einigen Jahren praktizierten Tradition, dass ich die einzelnen Veranstaltungen bewusst nicht bewerte. Jede Zuhörerin und jeder Zuhörer kommt mit unterschiedlichen Erwartungen und nimmt von der Veranstaltung Unterschiedliches mit nach Hause. Eindeutige Kriterien zur Beurteilung gibt es nicht – jede und jeder hat seine persönliche Sicht und Erfahrung. Sie haben nachher bei der Aussprache die Gelegenheit, sich zu der einen oder anderen Veranstaltung zu äußern.

2. Die Besucherzahl von rund 2.500 Personen ist höher als in den meisten Vorjahren. Nur 2004 hatten wir bedingt durch die Veranstaltungen zu unserm 50jährigen Bestehen ein Rekordhoch. Besucherzahlen sind natürlich nicht alles. Aber wenn ich immer mal wieder höre, wie viel weniger Personen zu vergleichbaren Veranstaltungen anderer Organisationen kommen, dann finde ich unser Ergebnis sehr gut, auf das wir stolz sein dürfen. Dabei dürfen wir natürlich für die Gegenwart und Zukunft es nicht an der notwendigen Werbung fehlen lassen. Unsere Mitglieder, die ja den „harten Kern“ bei unseren Veranstaltungen bilden, sind älter geworden. Alters- und krankheitsbedingt könne immer mehr nicht mehr an den Abenden dabei sein. Umso dankbarer sind wir, wenn sie nicht austreten, sondern mit ihrem Beitrag und einer eventuellen Spende unsere Arbeit fördern. Aber meine Bitte an Sie, die Sie immer wieder zu unseren Vorträgen und Veranstaltungen kommen: Werben Sie doch in Ihrem Bekanten- und Freundeskreis und bringen Sie auch mal andere Personen mit.

3. Nicht so erfreulich ist es um unsere Mitgliederzahl bestellt. Wie schon im Bericht des letzten Jahres muss ich auch heute wieder sagen: unsere Mitgliederzahl ist nach wie vor rückläufig. In der entsprechenden Tabelle sehen Sie die Entwicklung der Mitgliederzahl seit 1995. Vom Jahresende 2004 zum Jahresende 2005 sind es wie schon im Vorjahr wieder 11 Mitglieder weniger. Und bis zum 14. April weitere 6 Mitglieder weniger. Also: werben Sie bitte – und zum Trost: 350 ist auch noch eine stattliche Zahl.

Danken möchte ich auch heute wieder den Mitgliedern, die trotz Altersgebrechen bei uns nicht austreten, sondern uns weiterhin mit Ihrem Jahresbeitrag unterstützen. Dass unser Land die Erfahrung der Alten, den Sachverstand und das ehrenamtliche Engagement braucht, sagte ich bereits im letzten Bericht. Und Sie stimmen mir darin sicher zu. Darum ist es gut, wenn wir in unserm Herbstprogramm, wo die Zukunft der Bildung und die Bildung der Zukunft ein Schwerpunkt sein wird, einen besonderen Abend haben werden, der sich mit der Seniorenbildung beschäftigt.

4. Im letzten Jahr nach den Vorstands- und Beiratswahlen gab es keine personellen Veränderungen. Allerdings hat jetzt Anfang des Jahres 2006 Frau Pfarrerin Laarmann wegen anderweitiger beruflicher Belastung ihren Austritt aus dem Beirat erklärt. Wir bedauern das. Aber ein noch größerer Einschnitt ist die Aufgabe des Schatzmeisteramtes zur heutigen Mitgliederversammlung durch Wilfried Orlowski. Auch für ihn sind berufliche Belastungen der Grund dafür. Aber das kann er gleich auch besser selbst sagen. Ich möchte an dieser Stelle dir, lieber Wilfried, im Namen aller Mitglieder für deine zwar kurze, aber sehr engagierte Mitarbeit in unserm Vorstand herzlich danken. Du hast dich um unsere Finanzen sehr gewissenhaft gekümmert und besonders mit Frau Haack sehr intensiv zusammen gearbeitet. Und wie exakt und gewissenhaft deine Arbeit war, das werden wir gleich bei deinem Kassenbericht hören und sehen. Im Namen des Vorstandes und aller Mitglieder möchte ich dir einen Briefumschlag überreichen, in dem sich für dich und deine Frau die Möglichkeit zu einem fröhlichen Ruhrgebietsabend befindet.

5. Auch heute möchte ich werbend und einladend auf unsere Homepage www.evakre.de hinweisen, auf deren unterschiedliche Seiten nach wie vor wöchentlich zwischen 500 bis 1.500 Zugriffe erfolgen. Einzelheiten können Interessierte der letzten Wochenstatistik entnehmen, die ich kopiert und ausgelegt habe.

In der vorigen Woche:
            418 Zugriffe von unterschiedlichen Rechnern;
            315 unterschiedliche Seiten wurden aufgerufen;
            1.335 Zugriffe insgesamt hat es gegeben.

6. Ich komme zum Schluss – und das ist wie immer der Dank.

Unser Dank gilt Ihnen, die Sie unsere Veranstaltungen oft besuchen und unsere Arbeit unterstützen. Unser Dank gilt Ihnen, die Sie Ihren Beitrag pünktlich zahlen und oft auch mal eine Spende überweisen.
           Unser Dank gilt Frau Susanne Müller vom Gemeindebüro der Altstadt, Herrn Wosinski, dem Hausmeister dieses Gebäudes, Herrn Ganss von der Druckerei des Kirchenkreises und auch ganz besonders Frau Haack, die unsere Akademiekasse bucht.
         Bedanken möchten wir uns ganz besonders auch in diesem Jahr beim Evang. Gemeindeverband Recklinghausen und der Evang. Kirchengemeinde Recklinghausen-Altstadt für die finanzielle Förde­rung unserer Arbeit. 500 bzw. 1.000 Euro sind bereits für das Jahr 2006 überwiesen worden.
         Mein Dank gilt den übrigen Vorstandsmitgliedern für die vielfältig gute Zusammenarbeit im Interesse unserer Akademie und natürlich auch den Beiratsmitgliedern für manch gute Programm-Anregung und für vereinzelte Kassen- und Kontrolldienste.

Meine Damen und Herren, ich bin am Ende meines diesjährigen Rechenschaftsberichtes und danke fürs Zuhören.

Peter R. Seeber


Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden für das Jahr 2006
auf der Mitgliederversammlung am 24. April 2007

Meine Damen und Herren,

1. Mitgliederversammlung – Jahresmitgliederversammlung – die große Stunde der Mitglieder! Jetzt haben 344 Mitglieder das Recht, das Wort zu nehmen, Kritik zu üben, zu loben und zu tadeln. 24 von 344 Mitgliedern sind erschienen, das ist sehr wenig. Nutzen Sie, die Anwesenden, auch stellvertretend für alle anderen, die Gelegenheit zur Stellungnahme zur Arbeit von Vorstand und Beirat.

2. Wie Sie aus der vorliegenden Statistik ersehen können hatten wir im letzten Jahr 20 Vortragsveranstaltungen, einen Kabarettabend, ein Konzert der Gruppe Naschuwa, drei Studienfahrten: nach Passau, Wien Budapest, nach Neustrelitz, nach Leipzig und Halle. Dazu drei Tagesfahrten: zum Altenberger Dom und Schloß Burg, nach Minden Wiedensahl und Bückeburg, und schließlich zum Besuch der Ausstellung „Canossa 1077" in Paderborn. Gegenüber dem Vorjahr 2005 sind das zwei Fahrten mehr. Allerdings sind wir zahlenmäßig beim Vortragsangebot faul gewesen – nur 20 Vorträge gegenüber 27 Vorträgen im Jahr 2005. Vorstand und Beirat, sofern sie wiedergewählt werden, geloben Besserung. Das diesjährige Herbstprogramm wird es zeigen.

Auf dem Papier mit der Überschrift „Veranstaltungen des Jahres 2006" habe ich noch einmal sämtliche Veranstaltungen im Einzelnen aufgeführt. Wie bei meinen Berichten der letzten Jahre werde ich auch heute bewusst die einzelnen Veranstaltungen nicht bewerten. Jede und jeder von ihnen kommt mit ganz unterschiedlichen Erwartungen und nimmt von der Veranstaltung Unterschiedliches mit nach Hause. Mögen Sie nachher in der Aussprache die Gelegenheit nehmen, sich zu der einen oder anderen Veranstaltung zu äußern.

Eins ist mir allerdings wichtig: Wo finden Sie in Recklinghausen und darüber hinaus im Kreis ein vergleichbares aktuelles und vielfach hochkarätiges Bildungsprogramm eines anderen Bildungsträgers? Wo setzt man sich „bei Kirchens" in Recklinghausen und darüber hinaus im Kirchenkreis öffentlich für jedermann kritisch mit kirchlich-aktuellen oder wesentlichen gesellschaftspolitischen Fragen auseinander – und das über Jahrzehnte? Mir ist kein Ort und keine Organisation bekannt. Wo haben Sie in Recklinghausen und im Kreis die Gelegenheit, Dr. Drewermann, den inzwischen ehemaligen SPD-Landesvorsitzenden Dieckmann, den Innovationsminister Dr. Pinkwart zu hören, zu erleben, zu befragen? Von wem werden Ihnen qualitativ gute bis sehr gute Vorträge angeboten zur Kulturhauptstadt Europas 2010, zum Verkauf und Abriss von Kirchen, zur heutigen Bestattungskultur, zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund? Wer bietet Ihnen gut vorbereitete und gut durchgeführte ein- und vieltägige Studienfahrten an zu günstigsten Konditionen, zum Selbstkostenpreis, an? Und dies alles seit nunmehr bald 53 Jahren. Die Antwort auf diese Fragen werden Sie wissen.

Ich stelle fest: die Ev. Akademie Recklinghausen ist mit ihrem vielseitigen und qualitativ hoch stehenden Veranstaltungsangebot einzig im Kreis Recklinghausen. Und darauf dürfen wir auch ein wenig stolz sein.

3. Auch wegen der geringeren Veranstaltungszahl im letzten Jahr gegenüber 2005 ist die Besucherzahl bei den Vorträgen von rund 1.700 Personen niedriger als in den meisten Vorjahren. Doch sind das im Schnitt pro Abend immerhin noch 50 Personen. Ich finden darin keine Grund zum Klagen, auch wenn ich mir bei einzelnen Veranstaltungen mit wichtigen Themen und Referenten mehr Zuspruch erwartet hätte. Ich habe das in dem einen oder anderen Rundbrief auch geäußert. Die Frage ist: wie können wir unsere Werbung verbessern, verstärken? Bei der Lokal- bzw. Regionalpresse wurden unsere von mir stets übermittelten Veranstaltungshinweise öfters nur stark verkürzt oder überhaupt nicht veröffentlicht.

Unsere Mitglieder, die ja den „harten Kern" bei unseren Veranstaltungen bilden, sind älter und damit auch müde geworden. Manch bekanntes Gesicht habe ich im letzten Jahr kaum oder gar nicht bei unseren Vorträgen gesehen. Woran liegt das? Haben wir vielleicht die falschen Themen gewählt? Aber dann ist plötzlich dieser Raum brechend voll wie z. Bsp. in diesem Jahr bei dem Thema Buddhismus oder bei den Schätzen des Grünen Gewölbes.

Meine Bitte wie im letzten Jahr: Werben Sie doch in Ihrem Bekanten- und Freundeskreis und bringen Sie auch mal andere Personen mit.

4. Unsere Mitgliederzahl ist nach wie vor leicht rückläufig. Die Zahl ist von 354 auf 343 Personen gesunken. Tod und Altersschwäche und kaum Neueintritte sind die Gründe. Und unser Durchschnittsalter ist sehr hoch. Aber das ist ja bekannt.

Danken möchte ich auch heute wieder den Mitgliedern, die trotz Altersgebrechen bei uns nicht austreten, sondern uns weiterhin mit Ihrem Jahresbeitrag unterstützen. Im übrigen hat niemand der Ausgetretenen die Höhe unseres Jahresbeitrages, dessen Erhöhung im letzten Jahr wirksam wurde, oder eine Verärgerung als Grund genant. Freuen wir uns heute über 346 Mitglieder - zwei sind heute morgen durch Anmeldung dazu gekommen - und sind wir stolz, dass wir dazu gehören!

5. Im letzten Jahr gab es bei der Mitgliederversammlung eine gravierende personelle Veränderung. Nach dem Ausscheiden von Herrn Orlowski als Schatzmeister wurde Herr Helmut Puller als neuer Schatzmeister gewählt. Er hat sich ganz schnell eingearbeitet und die Zusammenarbeit mit Frau Haack und dem Vorstand klappt ausgezeichnet. Ich bin Ihnen, Herr Puller, sehr dankbar, dass Sie das Amt übernommen haben.

Heute scheidet Thomas Damm aus dem Vorstand aus, d. h. er kandidiert nicht erneut. Er gibt dafür überwiegend berufliche Belastungen in seiner Gemeinde an. Ich möchte an dieser Stelle dir, lieber Thomas, im Namen aller Mitglieder für deine Mitarbeit in unserm Vorstand herzlich danken. Du bleibst uns hoffentlich mit mancher Anregung erhalten. Als Zeichen unseres Dankes darf ich dir als jungem Zeitgenossen, der die Geschichte unseres Landes seit 1945 nicht mit erlebt hat, „Deutschland aus der Vogelperspektive" überreichen, was allerdings nichts mit Vogelflug oder filmischen Luftaufnahmen zu tun hat. Wir wünschen dir Gottes Segen für dich und deine Familie.

Auch beim Beirat wird es Veränderungen geben. Neue Personen stellen sich dankenswerterweise zur Verfügung. Den Ausscheidenden gilt unser Dank. Stellvertretend für alle darf ich Frau Erika Krosta nennen. Sie ist heute nicht anwesend. Viele Jahre hat sie erst im Beirat, dann im Vorstand, und schließlich wieder im Beirat aktiv mitgearbeitet und somit ein gutes Stück Evangelischer Akademie Recklinghausen mit geprägt.

Liebe Mitglieder, zu den Personalia gehören auch die Überlegungen und vereinzelten Gespräche über die künftige Vorstandsarbeit unserer Akademie. Wer macht nach unser älter gewordenen Vorstandsmitgliedern die Arbeit weiter? Und dass es sogar viel Arbeit ist, davon könnte ich jetzt eine Viertel Stunde berichten.

Gespräche mit dem Superintendenten und der Erwachsenenbildnerin unseres Kirchenkreises sind geführt worden und werden sicher auch weiter geführt werden. Aber Personen, die bei uns ehrenamtlich verantwortliche Aufgaben übernehmen könnten, sind nicht in Sicht.

Es wird auch von strukturellen Veränderungen und einer neuen Aufgabenverteilung gesprochen. Aber ein Konzept liegt bisher nicht auf dem Tisch.

Ich spreche es offen aus: es wird der Tag kommen, an dem die Mitgliederversammlung über die Auflösung des Vereins „Evangelische Akademie Recklinghausen e.V." zu befinden haben wird.

6. Ich komme zum Schluss – und das ist wie immer der Dank.

Unser Dank gilt Ihnen, die Sie unsere Veranstaltungen oft besuchen und unsere Arbeit unterstützen. Unser Dank gilt Ihnen, die Sie Ihren Beitrag pünktlich zahlen und oft auch mal eine Spende überweisen.

Unser Dank gilt Frau Susanne Müller vom Gemeindebüro der Altstadt, Herrn Wosinski, dem Hausmeister dieses Gebäudes, Herrn Ganss von der Druckerei des Kirchenkreises und natürlich auch Frau Haack, die unsere Akademiekasse bucht.

Bedanken möchten wir uns ganz besonders bei der Sparkasse Vest Recklinghausen für die Werbeanzeige auf unseren Halbjahresprogrammen. Ein Großteil der Druckkosten unseres Programms sind damit gedeckt.

Der Evang. Gemeindeverband Recklinghausen und die Evang. Kirchengemeinde Recklinghausen-Altstadt haben auch in diesem Jahr 500 bzw. 1.000 Euro in ihre Haushalte eingestellt und bereits überwiesen. Auch hierfür sei herzlich Dank gesagt.

Mein Dank gilt den übrigen Vorstandsmitgliedern für die vielfältig gute Zusammenarbeit im Interesse unserer Akademie und natürlich auch den Beiratsmitgliedern für manch gute Programm-Anregung und für vereinzelte Kassen- und Kontrolldienste.

Meine Damen und Herren, ich bin am Ende meines diesjährigen Rechenschaftsberichtes und danke fürs Zuhören.

Peter R. Seeber


Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden für das Jahr 2007
auf der Mitgliederversammlung am 22. April 2008

Meine Damen und Herren,

1. Wie Sie aus der vorliegenden Statistik ersehen können, hatten wir im letzten Jahr 26 Vortragsveranstaltungen, 6 mehr als 2006, einen Besuch in den Ateliers Recklinghäuser Künstler, eine große, viel beachtete Bibelausstellung in der Sparkasse Vest Recklinghausen, für die Herrn Borggraefe ein besonderer Dank gebührt, zwei Studienfahrten in die Emilia Romagna und in die Oberlausitz, dazu eine Tagefahrt zu Schloss und Park Dyck mit Dank an Herrn Dr. Stark und eine Zwei-Tage-Fahrt nach Trier.

Es war ein volles, und wie ich meine, ein gutes Programm, für das sich der Vorstand und mit ihm der Beirat auf die Schulter klopfen können. Und wie im Vorjahr sage ich auch heue mit Stolz, dass man wohl im Kreis Recklinghausen kaum eine vergleichbare Organisation findet, die mit so wenigen ehrenamtlichen Kräften ein solches aktuelles und inhaltlich überzeugendes Programmangebot ihren Mitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit bietet.

Auf dem Papier mit der Überschrift „Veranstaltungen des Jahres 2007" habe ich noch einmal sämtliche Veranstaltungen im Einzelnen aufgeführt. Rufen wir uns in Erinnerung: … Veranstaltungen nennen! Ich gebe keine Bewertungen dazu ab. Wie immer wird jede und jeder von Ihnen zu unterschiedlichen Bewertungen kommen, Aber das möchte ich doch festhalten: Wie vor vielen Jahren bereits haben wir seit dem Herbstprogramm wieder Themenreihen angeboten:

„RUHRGEBIET – KULTURGEBIET, die Kulturhauptstadt Europa 2010",

„KIRCHE DER FREIHEIT – AUFBRUCH INS 21. JAHRHUNDERT",

„DAS VARUSJAHR 2009 – seine Bedeutung für Westfalen und das Rheinland",

und dazu wie schon oft im Herbst das ÖKUMENISCHE FORUM.

Ich habe den Eindruck, dass sich die Schwerpunktverlagerung weg von nur Einzelthemen auf einige Themenreihen bewährt hat. Sie sagen nachher Ihre Meinung dazu.

Ich stelle fest: die Ev. Akademie Recklinghausen mit ihrem vielseitigen und qualitativ hoch stehenden Veranstaltungsangebot nimmt nach wie vor in Recklinghausen und darüber hinaus einen guten Platz ein. Und die Besucherzahlen bei vielen Veranstaltungen zeigen dies. Ich lese ja in der Presse oft Berichte über Veranstaltungen anderer Träger. Und wenn dabei Besucherzahlen genannt werden, dann sind sie entweder hoch oder erschreckend niedrig.

2. Unsere Veranstaltungszahl und damit auch die Besucherzahlen haben sich im letzten Jahr gegenüber 2006 wieder erhöht. Das ist erfreulich, auch wenn ich mir an einigen Abenden mehr Zuspruch gewünscht hätte. Aber dafür mussten andererseits an manchen Abenden Stühle aus dem Stuhllager geholt werden, weil 100 bis 120 Personen anwesend waren. Dass so selten oder fast gar nicht in der Lokal- und Regionalpresse über die Veranstaltungen berichtet wird, ärgert mich schon manches Mal. Die Veranstaltungshinweise bringen sie dagegen fast immer.

Unser Dank gilt Ihnen, die Sie regelmäßig zu unseren Abenden erscheinen.

Und dazu gleich wieder meine Bitte an Sie und alle unsere Mitglieder, die ja den „harten Kern" bei unseren Veranstaltungen bilden: Auch wenn Sie wieder ein Jahr älter geworden sind – kommen Sie zu unseren Veranstaltungen! Die Referentinnen und Referenten nehmen oftmals eine lange Anreise auf sich, um uns zu den vereinbarten Themen etwas zu vermitteln. Und wenn dann nur 30 Personen anwesend sind, erfreut das den Vorsitzenden und den Vorstand nicht.

Meine Bitte wie im letzten Jahr: Werben Sie doch in Ihrem Bekanten- und Freundeskreis und bringen Sie auch mal andere Personen mit.

3. Unsere Mitgliederzahl ist nach wie vor rückläufig. Die Zahl ist auf 317 Personen gesunken. Tod und Altersschwäche und kaum Neueintritte sind die Gründe. Und unser Durchschnittsalter ist sehr hoch. Aber das ist ja bekannt.

Wir sollten allerdings kein Klagelied anstimmen. Viele Organisationen verlieren massiv Mitglieder, nur nicht der ADAC. Da war es für mich ganz tröstlich, als ich im März in einer Zeitung einen Bericht über die Alte Bürgerschützengilde Recklinghausen las, dass in der Blütezeit der 80er Jahre dieser Verein über 900 Mitglieder hatte, jetzt nur noch 385 – Tendenz sinkend. Und dann wurde der 1. Vorsitzende des Vereins, unser Beiratsmitglied Dr. Joachim Seeger zitiert: „Viele Ältere sterben weg oder treten aus. Viele kommen vorbei, bekunden Interesse, wollen sich aber als Mitglied nicht binden, vor allem Jüngere. Über Werbekampagnen haben wir schon diskutiert, aber zu konkreten Ergebnissen sind wir noch nicht gekommen!" So weit das Zitat.

Die Mitgliederzahlen sinken aus den oben genannten Gründen bei den Kirchen, bei den Parteien, bei manchen ehrenamtlich organisierten Gruppen bzw. Vereinen. Wir sind davon nicht ausgeschlossen. Aber wir sollten auch nicht lamentieren, sondern froh und dankbar sein, dass wir noch so viele Mitglieder haben und die trotz Altersgebrechen bei uns nicht austreten, sondern uns weiterhin mit Ihrem Jahresbeitrag unterstützen.

4. Zur personellen Situation im Vorstand heute und morgen.

Noch fehlt uns eine oder ein stellvertretender Vorsitzender. Uns ist es bis heute nicht gelungen, eine Person für die wichtige Mitarbeit im Vorstand zu finden. Aber vielleicht kommt ja nachher bei dem entsprechenden Tagesordnungspunkt ein Vorschlag. Für den Beirat gibt es mit Herrn Dr. Albrecht Willert einen zur Mitarbeit bereiten Kandidaten.

Und wie geht es 2009 weiter, wenn turnusmäßig Vorstandswahlen anstehen?

Bereits vor einem Jahr hatte ich in meinem Bericht diese Personalfrage angesprochen. Ich stehe in einem Jahr nicht mehr zur Verfügung. In wenigen Tagen werde ich 70 Jahre alt; am kommenden 10. Dezember vor 35 Jahren wurde ich zum 1. Mal zum Vorsitzenden gewählt. 35 Jahr - das ist mein halbes Leben. Noch ein Jahr will ich, wenn es die Gesundheit zulässt, meine stets freiwillig und mit Engagement übernommenen Aufgaben erfüllen, aber dann muss Schluss sein.

Gespräche mit dem Superintendenten und der am Freitag in den Ruhestand verabschiedeten Erwachsenenbildnerin unseres Kirchenkreises sind geführt worden und werden sicher auch weiter geführt werden. Aber Personen, die bei uns ehrenamtlich verantwortliche Aufgaben übernehmen könnten, sind nicht in Sicht. Wir sind offen für strukturelle Veränderungen und andere, neue Aufgabenverteilung. Aber ein Konzept liegt bisher nicht auf dem Tisch.

Vor einem Jahr sagte ich: es wird der Tag kommen, an dem die Mitgliederversammlung über die Auflösung des Vereins „Evangelische Akademie Recklinghausen e.V." zu befinden haben wird. Am heutigen Abend kann ich dies nur wiederholen.

5. Ich möchte danken, aber dies ist noch nicht der letzte Punkt.

Unser Dank gilt Ihnen, die Sie unsere Veranstaltungen oft besuchen und unsere Arbeit unterstützen. Unser Dank gilt Ihnen, die Sie Ihren Beitrag pünktlich zahlen und oft auch mal eine Spende überweisen.

Unser Dank gilt Frau Susanne Müller vom Gemeindebüro der Altstadt, Herrn Wosinski, dem Hausmeister dieses Gebäudes, Herrn Ganss von der Druckerei des Kirchenkreises, der sich im letzten auch sehr oft um die Herrichtung des großen Saals bemüht hat. Unser Dank gilt und natürlich auch Frau Haack, die unsere Akademiekasse bucht.

Bedanken möchten wir uns wie immer bei der Sparkasse Vest Recklinghausen für die Werbeanzeige auf unseren Halbjahresprogrammen. Ein Großteil der Druckkosten unseres Programms ist damit gedeckt.

Der Evang. Gemeindeverband Recklinghausen und die Evang. Kirchengemeinde Recklinghausen-Altstadt haben auch im letzten und schon in diesem Jahr 500 bzw. 1.000 Euro in ihre Haushalte eingestellt und bereits überwiesen. Auch hierfür sei herzlich Dank gesagt.

Mein Dank gilt den übrigen Vorstandsmitgliedern für die vielfältig gute Zusammenarbeit im Interesse unserer Akademie und natürlich auch den Beiratsmitgliedern für manch gute Programm-Anregung und für vereinzelte Kassen- und Kontrolldienste.

Bevor ich Ihnen noch einen 6. Punkt vortrage, sollten wir zunächst einen neuen Wein probieren.

6. Persönlicher Rückblick auf die ersten 10 Jahre nach dem Neuanfang 1973

Natürlich gab es vom 18. Oktober 1954, dem Gründungstag, bis Anfang der 70er Jahre viele wichtige, interessante und gut besuchte Veranstaltungen der „Evangelischen Akademie Westfalen, Arbeitskreis Recklinghausen e.V." Das darf nicht vergessen werden. Die heutige „Evangelische Akademie Recklinghausen e.V." begann ihre Arbeit nicht am 10. Dezember 1973, als in der damaligen Bahnhofsgaststätte ein neuer Vorsitzender gewählt wurde. Das ist in wenigen Monaten 35 Jahre her. Aber ein „neuer Motor" war es schon, der in Gemeinschaft mit jeweils drei bzw. vier Vorstandsmitgliedern und mit mancherlei Anregungen aus dem Beirat die Geschicke bis heute geleitet hat. Und so sollte es diesem in wenigen Tagen 70 Jahre alt werdenden Mann heute wohl erlaubt sein, ein wenig persönlich Rückblick zu halten auf die letzten 35 Jahre der Ev. Akademie Recklinghausen, die sein halbes Leben ausmachen. Dabei geht es nicht um einen selbst gebundenen Lorbeerkranz, sondern um dankbare Erinnerung an Zeiten, die viele von Ihnen miterlebt haben.

Und: Erschrecken Sie nicht, ich bilanziere jetzt nicht 35 Jahre, sondern nur 10! Ich kann auch, wenn Sie wollen, nach 5 Jahren mit dem Jahr 1979, unserm 25jährigen Jubiläum, abbrechen.

In den Jahren 1970 bis 1973 ruhte die Veranstaltungstätigkeit der Akademie. Es sind über die Jahre keine Veranstaltungen durchgeführt worden. Vielleicht sollte man das auch im Blick auf die aktuelle Situation einmal festhalten.

Es war Herr Dr. Helmut Fritzsche, der, wie ich bald erfuhr, gemeinsam mit dem Beiratsmitglied und Presbyter Dr. Hanns Ehrgott immer wieder beim Presbyterium der Kirchengemeinde RE-Altstadt darauf drängte, bei den damals anstehenden Pfarrer-Neuwahlen nach einem Kandidaten zu suchen, der den im Schlummer liegenden Akademie-Arbeitskreis zum neuen Leben erwecken möge.

Am 12. November und 10. Dezember 1973 finden zwei Mitgliederversammlungen im Saal der Bahnhofsgaststätte Recklinghausen statt, wo am letzten Datum ein neuer Vorstand gewählt wird.

Anfang 1974 geht es wieder mit mehreren Veranstaltungen in der Bahnhofsgaststätte los. Ab September 1974 finden die Veranstaltungen im Gemeinschaftsraum der Stadtsparkasse, Königswall und im Ev. Gemeindehaus an der Hohenzollernstraße 1 (Gesprächskreis der KG RE-Altstadt unter Leitung von Dieter Karhof) statt. Besucher zwischen 10 bis 20 Personen.

Ab Januar 1975 boten wir Themenreihen wie „Probleme der Krankseins in der heutigen Gesellschaft" oder „Maßstäbe des Fortschritts" oder „Information statt Emotion" an.

Am 27. Februar 1975 war der Pfarrer und ehem. Regierende Bürgermeister von Berlin Heinrich Albertz bei uns – Es war der Tag der Lorenz Entführung in Berlin.

Am 6. Oktober 1975 sprach Dr. Heinz Zahrnt, Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, Hamburg, „Leiden, wie kann Gott das zulassen?"

Eine 5-teilige Seminarreihe „Theologie für Nichttheologen" mit Pfarrer Gerhard Twelsiek begann, der dann im Laufe der Jahre noch weitere theologische Seminarreihen über 6 bis 8 Wochen folgten, u. a. mit Dr. Albrecht Willert.

Dieser Herbst 1975 ist auch der Beginn der langjährigen Kooperation mit Pfarrer Alfred Ziegner, Leiter der Eheschule Bochum. Themen der Ehe- und Partnerschaftsproblemen mit oft weit gereisten Referenten, bei denen wir uns die Fahrtkosten teilten, standen u dem Programm und fanden viel Zuspruch bei einem deutlich jüngeren Publikum als heute.

Am 28. Oktober 1975 beginnen die vielen über Jahre hinweg immer wieder stattfindenden kunsthistorischen Lichtbildervorträge von Prof. Dr. Wolfgang Clasen, Düsseldorf. Es müssen in den Jahren über 50 Vorträge gewesen sein.

Damals im Vorstand waren neben mir: Dr. Helmut Fritzsche und Frau Hildegard Grüter, beide stellvertretende Vorsitzende, und Dr. Werner Senff als Schatzmeister.

Schon 1975 machen wir eine Tagesexkursion – nach Soest, dann nach Xanten; dann 1976 zum WDR in Köln und im April 1976 eine Studienfahrt nach Berlin.

Ich denke an die über 30 Abende mit Pfarrer Dr. Rüdiger Hauth, dem Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten der EKvW. Er sprach vor stets vollem Saal über alle Sekten, Jugendreligionen und fremde religiöse Strömungen.

Pfarrer Jörg Zink sprach in der brechend voll besetzten Gustav-Adolf-Kirche über die Frage „Wie wahr ist die Bibel?" und unter dem Titel „Drei Parteien an einem Tisch" befragten wir im September 1976 die drei Bundestagskandidaten Alfred Ollesch (FDP), Hermann Josef Russe (CDU) und Erich Wolfram (SPD).

Ab 1976 ist Martin Hausdorf Schriftführer der Akademie und Heinrich Dormann neuer Schatzmeister. Über viele Jahre hinweg haben sie diese Funktionen inne und mit großem Engagement ausgefüllt.

Im Januar 1977 begannen - auch wieder im großen Kirchenraum der Gustav-Adolf-Kirche – die dialogischen Grenzgespräche zwischen Biologie und Psychologie zwischen der Psychotherapeutin und Autorin Christa Meves und dem Biologen Prof. Dr. Joachim Illies. Mehrmals traten sie bei uns gemeinsam auf; zuletzt luden wir noch Prof. Illies ein.

Die sogenannten „Ratskellerabende" im Ratskeller zum zwanglosen Gespräch und gegenseitigen Kennenlernen der Mitglieder wurden nach wenigen Terminen wegen zu geringer Beteiligung wieder eingestellt.

Carmen Thomas vom WDR stellte beim Podiumsgespräch im Gemeinschaftsraum der Stadtsparkasse die „Konflikterfahrungen des ‚kleinen Mannes’ beim WDR-Ü-Wagen" vor und löste eine heftige Plenumsdiskussion aus.

Sieben Abende umfasste im 1. Halbjahr 1977 die Themenreihe „Liebe zwischen 18 und 80" mit entsprechenden Referentinnen und Referenten, u .a. mit Prof. Dr. Wilhelm-Josef Revers aus Salzburg und dem Dichterehepaar Helene und Dr. Willy Kramp aus Villigst.

Das Herbstprogramm 1977 wurde eröffnet von Dr. Heinz Zahrnt mit „Als Christ zwischen Glaube und Wissenschaft". Der Minister Johannes Rau, Minister für Wissenschaft und Forschung, fragte „Brauchen wir ein Umdenken in der Politik?", und der Berliner Altbischof D. Kurt Scharf predigte auf Grund unserer Einladung in der Christuskirche und hielt am Abend einen Vortrag über „Christen in Ost und West".

Zwei Wochenend-Seminare (Freitagabend Vortrag vor großem Publikum und Samstagvormittag von 9.30 – 12.30 Uhr Gruppenarbeit und -gespräche) behandelten „Seelsorge am Krankenbett" und „Grenzfragen zwischen Naturwissenschaft und Theologie". Dazu war Prof. Dr. Hoimar von Ditfurth, bekannt vom Fernsehen durch seine populären Wissenschaftssendungen, unser Gast.

Und auch in jenem Herbst wieder das Seminar „Theologie für Nichttheologen" und die Lichtbildervorträge von Pof. Clasen.

1978 begann mit Christa Meves und Joachim Illies „Mit der Aggression leben".

Der Präses der Evangelischen Landeskirche von Westfalen, Dr. Heinrich Reiß aus Bielefeld sprach am 23. Februar 1978 über „Kirche heute". Unser Superintendent Heinrich Gilhaus ergriff die terminliche Chance und sorgte dafür, dass der Präses am Nachmittag dieses Tages den Grundstein zum „Haus des Kirchenkreises" legen konnte.

Die Themenreihe „Liebe zwischen 18 und 80" wurde mit fünf qualifizierten Referenten fortgesetzt und Rüdiger Hauth informierte an drei Abenden über „Religiöse Gruppen heute".

Vom 4. bis 7. Mai 1978 erlebten wir einen ersten Höhepunkt unserer bis heute stets beliebten und stark besetzten Studienfahrten. 40 Damen und Herren fuhren unter der Leitung von Dieter Karhof nach Taizé und erlebten einen Teil des gottesdienstlichen und gemeinschaftlichen Lebens der Ökumenischen Bruderschaft.

Am Steuer des Reisebusses saß damals schon Manfred Vagedes. Das sind nun auch schon 30 Jahre her.

Ein Jahr später fuhren wir ebenfalls unter Leitung von Dieter Karhof zum Ökumenischen Rat der Kirchen nach Genf und hatten viele Informationsgespräche mit Mitarbeitern des Ökumenischen Rates. Höhepunkt war der Empfang beim Generalsekretär Philip Potter, den wir allerdings nicht zu einer Reise und zu einem Vortrag in Recklinghausen bewegen konnten.

Im Vorfeld des 25jähigen Jubiläums feierten wir am 28. Oktober 1978 ein erstes, unvergessenes großes Herbstfest im Ratskeller mit Tombola, dem Zauberer Farini, Tanz mit der Kapelle Studio Quartett und westfälischem kalten Büfett. Eine Video-Aufzeichnung dieses Abends liegt vor.

Der große Erfolg dieses Festes, dieses Tanzfestes, erforderte eine Wiederholung. Und nicht nur eine. Und so feierten wir 1980 wieder ein Herbstfest im Ratskeller mit dem Studio Quartett, dem Sänger Bernd Göke und seinen Ruhrpottliedern „Zwischen Blümkes und Kohle" und plattdeutschen Geschichten mit Hans-Dieter Küper.

Zum 30jährigen Jubiläum feierten wir bereits im „Haus des Kirchenkreises" im von der Dekorationsabteilung des Kaufhauses Karstadt toll ausgestatteten großen Saal. „Trau keinem über 30" war das Motto. Für mich unvergessen das launige Interview mit unserm Gründungsvater Altsuperintendent Wilhelm Geck.

Und dann im Frühjahr 1986 zur Übergabe des Akademievorsitzes an Inge Köhler-Venus noch ein Fest: „Adam geht, Eva kommt". Mitglieder des Magischen Zirkel Marl zauberten Tauben aus ihren Requisiten, die dann im großen Saal ihre Runden drehten. Und das Zick-Zack-Girl ließ uns aus dem Staunen nicht herauskommen. Auch an diesem Abend spielte wieder das Studio-Quartett zum Tanz.

Auch von diesen beiden letzten schönen Akademiefesten existieren Videokassetten. Viele bekannte Menschen, die nicht mehr unter uns leben, sind darauf zu sehen.

Im Oktober 1994 haben wir nach meiner Erinnerung aus Anlass des 40jährigen Jubiläums das letzte Akademiefest im Ratskeller gefeiert.

Zurück zum Jahr 1979: 25 Jahre Evangelische Akademie Westfalen, Arbeitskreis Recklinghausen e.V. – so hießen wir damals noch.

Christa Meves und Joachim Illies eröffneten wieder. „Ihr werdet sein wie Gott" war der Titel ihre Grenzgespräches zwischen Psychologie und Biologie über Gehorsam und Selbstverwirklichung.

Unter den Einzelveranstaltungen dieses Frühjahr erwähne ich besonders Prälat Heinz Georg Binder, den Bevollmächtigten des Rates der EKD am Sitz der Bundesregierung in Bonn. „Was geht die Kirche Europa an?" war sein aktuelles Thema. Paul Reding, der Waltroper Künstler, der zum Jubiläum im Herbst unser neues Logo entwarf, stellte sich mit „Menschen unterwegs" in Wort und Werk vor. Vier Abende fragten „Was ist mit unserer Jugend los?"

Wieder gab es zwei Wochenendseminare am Freitag Abend und Samstag Vormittag: „Jeus von Nazareth als Zeitgenosse" mit Dr. Heinz Zahrnt aus Kiel, und mit Dr. Herbert Anton, Professor für Neuere Germanistik aus Düsseldorf, über „Selbstliebe und Selbsthass – ein Leitmotiv in Hesses Romanen"

Ja, und dann kam der Herbst 1979 und an vielen Litfaßsäulen und Plakatwänden klebte unser Plakat zur Jubiläumswoche „Das Menschenbild in unserer Zeit".

Am Sonntag, 2. Oktober, Festgottesdienst in der Christuskirche mit Predigt vom Dichter Dr. Manfred Hausmann (800 Personen); anschließend großer Empfang im Saalbau, und am Abend wieder in der Christuskirche Lichtbild-Betrachtungen zu ausgewählten Rembrandt-Bilder mit Manfred Hausmann: „Der Mensch vor Gottes Angesicht" (300 Personen).

Montag: Matthias Walden von Sender Freies Berlin: „Freiheit, Ideologie und Gewalt" – Das Menschenbild in Ost und West – (180 Personen)

Mittwoch: Franz Barsig, ehem. Intendant des Senders Freies Berlin: „Sklaven des Fernsehens?" – Die Prägung des Menschenbildes durch die Massenmedien – (56 Personen)

Freitag: Dr. Burkhard Wellmann von der Walter-Raymond-Stiftung in Köln: „Die alten Arbeitstugenden – der neue Wohlstand" – Brauchen wir eine neue Ethik? – (27 Personen)

Dienstag: Prof. Dr. Joachim Illies aus Schlitz; „Nicht Tier, nicht Engel" – Das Menschenbild aus der Sicht der Naturwissenschaft – (110 Personen)

Und am Mittwoch, 31. Oktober: das Peter-Janssens-Gesangsorchester aus Telgte mit der musikalischen Aufführung „Uns allen blüht der Tod" – Ein Fest für die Lebenden – (900 Personen)

Alle Veranstaltungen bis auf eine waren sehr gut besucht. Alle Vorträge mit den Grußworten vom Empfang wurden Wochen später in einer Schrift veröffentlicht.

Ja, das waren Zeiten, als wir noch jung waren und unser Programm viel vielschichtiger als heute.

Seit diesem Jubiläum gebrauchen wir das von Paul Reding entworfene Signet oder Logo. Mit den aufeinander zulaufenden und den auseinanderstrebenden Pfeilen drückt es die Zielsetzung aus der Satzung grafisch lebendig und eindrücklich aus: Stätte geistiger Auseinandersetzung, christliche Gemeinschaft, Kommunikation, Hilfe zur Bewältigung von Lebensproblemen.

Menschen kommen aus verschiedenen Richtungen und mit unterschiedlichen Auffassungen zusammen. Sie gehen aufeinander zu, kommen sich näher, begegnen sich, berühren sich, tauschen ihre Ansichten und Erfahrungen aus. Oftmals prallen auch Meinungen scharf aufeinander. Konflikte werden ausgetragen: „Stätte geistiger Auseinandersetzung". Und indem so Menschen bei den Veranstaltungen der Akademie zusammenkommen, bilden sie eine Gemeinschaft, fühlen sich in ihr geborgen wie unter einem schützenden Schirm: Gemeinschaft, Begegnung, Gespräch, gegenseitige Hilfe. Und dann gehen sie wieder auseinander; eine jede und ein jeder an ihren bzw. seinen jeweiligen Lebensplatz, um dort als Mensch und Christ zu wirken. Und hinter allem oder vor allem steht das Kreuz, das Zeichen für Jesus Christus und seine christliche Botschaft, der sich die Ev. Akademie Recklinghausen verpflichtet fühlt.

Ich kann gern hier abbrechen. Ich will Sie nicht langweilen. Ich kann aber auch noch meine Erinnerung an die nächsten fünf Jahre vortragen, nach einer erneuten Weinprobe selbstverständlich.

Aus dem Jahr 1980 möchte ich die Veranstaltungsreihe „Recklinghäuser Gruppen stellen sich vor" erwähnen, wo wir an vier Abenden führende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Deutschen Kinderschutzbund, von der Lebenshilfe für geistig Behinderte, von pro familia und von amnesty international bei uns zu Wort kommen ließen.

Und Herr Dr. Albrecht Willert leitete sein erstes, damals noch vierteiliges theologische Seminar „Wenn Gott frag - würdig wird". Weitere Seminare dieser Art, die sich zum Teil über fünf, sechs und sieben Abende im vierzehntägigen Abstand erstreckten und an denen jeweils 25 bis Personen kontinuierlich teilnahmen, folgten in jedem Halbjahresprogramm bis zum Herbst 1984.

Ab dem 2. Halbjahr 1980 ist unser Veranstaltungsort der große Saal vom neu erstellten „Haus des Kirchenkreises".

Erstmals führten wir im Oktober 1980 eine fünftägige Studientagung im Kloster Maria-Engelport bei Treis-Karden an der Mosel durch. „Gebet und Meditation" hieß diese Studientagung unter Leitung von Dieter Karhof mit Pater Dr. Franz Josef Stendebach. 25 Personen nahmen daran teil.

Insgesamt waren wir 7 mal in Maria-Engelport, u.a. mit Ulrich Weingärtner und Peter Seeber, Dr. Christa Mulack, Renate Bethge und Edelgard Seeber als Referentinnen und Referenten. Es waren stets gefüllte Tage bei der großzügigen Gastfreundschaft der Oblaten-Brüder und –Patres.

Weitere Studientagungen unter Leitung von Dieter Karhof, Karl Heinrich Gilhaus, Werner Maethner und mir wurden bis 2004 abgehalten im Kloster Amelungsborn, Augustinerkloster Erfurt, Burg Bodenstein, in der Kath. Landvolkshochschule Eichfeld in Uder bei Heiligenstadt, im Bibelfreizeitheim „Auf dem Weinberg" in Vöhl-Asel, in der Kath. Landvolkshochschule Freckenhorst, im „Haus Bierenbach" in Nümbrecht-Bierenbachtal und in der Leucorea Lutherstadt Wittenberg. Die Nennung der genauen Termine und Themen erspare ich mir und Ihnen. Die Zusammenstellung liegt mir vor.

Hier sind alle unsere Studientagungen:

25. - 29.09. 1980 Kloster Maria-Engelport „Gebet und Meditation"

17. - 23.10. 1981 Kloster Maria-Engelport „Jesu Weg - unser Weg"

09. - 15.10. 1982 Kloster Maria-Engelport „Und das Wort ward Fleisch"

12. - 15.11. 1984 Kloster Amelungsborn „Tage innerlicher Erholung"

07. - 12.10. 1985 Kloster Maria-Engelport „Maria - Wiederentdeckung der Mutter Jesu"

27. - 31.10. 1986 Kloster Maria-Engelport „Weltlich an Gott glauben – Dietrich Bonhoeffer"

26. - 30.10. 1992 Kloster Maria-Engelport „Das Eigentliche ist unsichtbar"

25. - 29.10. 1993 Kloster Maria-Engelport „Die Geschichte der Urgemeinde und das Zeugnis der Apostelgeschichte"

29.09. - 04.10. 1994 Augustinerkloster Erfurt „Von der Freiheit eines Christenmenschen"

28.10. - 01.11. 1996 Burg Bodenstein „Wie heilig waren die ‘Heiligen’ in Korinth?"

06. - 10.10. 1997 Kath. Landvolkshochschule Eichfeld in Uder bei Heiligenstadt "Das Vaterunser"

21. - 25.09. 1998 Bibelfreizeitheim „Auf dem Weinberg" in Vöhl-Asel "Prophetische Gestalten des Alten Testaments"

25. - 29.10. 1999 Bibelfreizeitheim „Auf dem Weinberg" in Vöhl-Asel  "Alte und neue Glaubensbekenntnisse"

16. - 20.10. 2000 Kath. Landvolkshochschule Freckenhorst „2000 Jahre Christentum"

01. - 05.10. 2001 „Haus Bierenbach" in Nümbrecht-Bierenbachtal  "Habakuk - Kleiner Prophet mit großem Herzen

07. - 11.10. 2002 Kath. Landvolkshochschule Freckenhorst  "Die Zehn Gebote - Werte von gestern - Maßstab für heute?"

07. – 12.11. 2004 Leucorea Lutherstadt Wittenberg  "Christen und Juden - Aspekte einer 2000-jährigen Geschichte"

Im Frühjahr 1981 hatten wir an drei Abenden zu dem Gesamtthema „Schöpfung und Evolution" dreimal Herrn Prof. Dr. Karl Schmitz-Moormann aus Bochum zu Gast. Ein ausgezeichneter Referent, gleich mehrmals hintereinander bei uns, das kam gut an. Jahre später hatten wir das gleiche Glück mit Prof. Adel Theodor Khoury von der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster, der uns an drei Abenden den Koran näher brachte.

Mit dem Herbst 1981 begann eine über Jahre andauernde Zusammenarbeit mit dem Pfarramt für kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt beim Kirchenkreis Recklinghausen. Pfarrer Christian Schröder leitete die Sozialethische Gesprächsreihe mit unterschiedlichen Referenten, die sich über Jahre hinweg durch unsere Programme zog.

Das Peter-Janssens-Gesangsorchester brachte „Die Zeit ist reif" zur Aufführung und füllte erneut mit rund 900 Personen die Christuskirche.

Von unseren sehr vielen Studienfahrten der letzen 35 Jahre möchte ich hier die Reise nach Akko und Israel im März/April 1982 erwähnen, an der führend Pfarrer Ulrich Lübbermann beteiligt war. Es war ein großartiges Erlebnis.

Altbischof Albrecht Schönherr war bei uns: „Zur Friedensverantwortung der Christen in einem sozialistischen Staat" und Prof. D. Willi Marxsen aus Münster legte an drei Abenden die Bergpredigt aus. Und natürlich gab es wieder eine Studientagung in Maria-Engelport, Prof. Wolfgang Clasen hielt seine kunsthistorischen Lichtbildvorträge und Dr. Albrecht Willert scharte an sechs Abenden in dem biblisch-theologischen Seminar nicht wenige Nichttheologen um sich.

Ökumenische Gesprächsabende gehören seit langem zu unserm Programm. So sprachen z. B. im Frühjahr 1983 Pfarrer Dr. Franz-Josef Ortkemper und Pfarrer Gerhard Twelsiek an drei Abenden über das unterschiedliche Abendmahlsverständnis. Sie traten noch mehrmals gemeinsam auf.

Der 9. März 1983 zeigt bis heute seine Folgen. An diesem Tag sprach zum ersten Mal Dr. Eugen Drewermann bei uns. Sein Thema: „Wem vertrauen wir unsere Seele an? – Zum Verhältnis von Psychotherapie und Seelsorge". Wir sind uns bis heute treu geblieben.

Im April konnten wir auf unserer Studienfahrt nach Rom unter der Leitung von Pfarrer Dr. Franco Inverardi sogar den damaligen Papst live auf dem Petersplatz und bei seiner Rundfahrt durch die Massen erleben.

Sehr eindrucksvoll war im Oktober / November 1983 unsere mehrteilige Reihe zum 500. Geburtstag von Martin Luther. Wir durften sogar für den Ev. Gemeindeverband das Ökumenische Gedenken in der bis auf den letzten Platz gefüllten Christuskirche organisieren. Der kath. Theologe Prof. Peter Manns aus Mainz sprach über „Martin Luther – Vater im Glauben".

Eine zweitägige Fahrt führte uns zur Luther-Ausstellung nach Nürnberg, und im April 1984 fuhren wir für 10 Tage in die DDR zu den Lutherstätten in der DDR. Wir lernten noch ein wenig die DDR pur kennen.

Ich komme zum Ende meiner Erinnerungen.

1984: 30 Jahre Evangelische Akademie Westfalen, Arbeitskreis Recklinghausen e.V.. Immer noch dieser Name. Erst am 5. März 1993 wurde er geändert.

Das 30jährige Jubiläum wird mit kleinem Programm begangen. Am 23. Oktober 1984 spricht Jens Feddersen, Chefredakteur der NEUE RUHR ZEITUNG / NEUE RHEIN ZEITUNG, Essen, über „1954 – 1984 Politische Träume – politische Wirklichkeiten".

Am darauf folgenden Sonntag predigt im Gottesdienst in der Christuskirche Präses i.R. D. Hans Thimme aus Bielefeld. Beim anschließenden Empfang im „Haus des Kirchenkreises" hält er den Festvortrag über „1934 – 1954 – 1984 Lebendige Gemeinde damals und heute".

Pfarrer Schröder setzt seine „Gespräche zu sozialen Fragen" fort und die Studientagung bringt mit Prof. Dr. Hans-Georg Jaedicke „Tage innerlicher Erholung" im Kloster Amelungsborn.

Schon im Oktober 1984 befassten wir uns lange vor der Vorbereitung auf die Kulturhauptstadt RUHR 2010 mit unserer engeren Heimat, mit dem Revier. Der Autor Hans Dieter Baroth las aus eigenen Werken „Streuselkuchen in Ickern".

Ich will zum Schluss dieser 10 Jahre mit großem Dank der damaligen Mitstreiter im Vorstand gedenken:

für kurze Zeit war bis 1975 Dr. Werner Senff Schatzmeister der Akademie.

Ab Frühjahr 1976 bis zum zuletzt berichteten Jahr 1984 und auch noch darüber hinaus waren dabei:

Dr. Helmut Fritzsche und Hildegard Grüter als stellvertretende Vorsitzende,

Pfarrer Martin Hausdorf als Schriftführer und Heinrich Dormann als Schatzmeister. Und dabei denke ich auch an Frau Gertrud Rausch, die über Jahrzehnte unsere Kasse und das entsprechende Kassenbuch geführt hat.

Es waren großartige Jahre, die ich erleben durfte und für die ich sehr dankbar bin.

Meine Damen und Herren, ich bin am Ende meines Berichtes und Rückblicks und danke Ihnen fürs Zuhören.

Peter R. Seeber


zurück zur Startseite