Fotoseiten

Am 26 April 2004 sprach im Rahmen des 'Ökumenischen Forums' Prof. Dr. Traugott Jähnichen von der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, wo er "Christliche Gesellschaftslehre" lehrt, über "Widerstand und Verfolgung - Die Schicksale der Pfarrer Hans Ehrenberg und Ludwig Steil während des Kirchenkampfes".
      Beide Pfarrer gehörten zu den Theologen in der Zeit des Nationalsozialismus, die auf Grund ihres Wirkens für die Bekennende Kirche KZ-Haft und Steil schließlich den Märtyrertod erlitten. Beide wurden seit den Ereignissen des Jahres 1933 und dem beginnenden Kirchenkampf zu den profiliertesten, in der nationalsozialistisch dominierten Öffentlichkeit heftigst umstrittenen Pfarrern Westfalens.
      Beide Pfarrer haben - noch vor der Bekenntnissynode in Barmen 1934 - in einer strengen theologischen Konzentration das erste öffentliche Bekenntnis zur Lage von Kirche und Staat am Beginn der NS-Herrschaft ausgearbeitet.
      Dieses "Wort und Bekenntnis westfälischer Pastoren zur Stunde der Kirche und des Volkes", das später unter dem Namen
"Bochumer Pfingstbekenntnis" bekannt wurde, wurde von Prof. Jähnichen in ausführlicher Gründlichkeit dargelegt und interpretiert. Wir haben eine Abschrift davon erstellt, die als pdf-Datei herunter geladen werden kann.

Digitale Fotos: Peter R. Seeber

Zum Abschluss der Themenreihe "Christliches Gewissen und Widerstand gegen Tyrannei", mit der das Katholische Bildungswerk Recklinghausen und die Evangelische Akademie sich in diesem Jahr - 60 Jahre nach dem 20. Juli 1944 - auf die Menschen beider Konfessionen besannen, die auf Grund ihrer christlichen Gewissenshaltung zu Opfern der NS-Tyrannei geworden sind, sprach am 4. Mai 2004 Alexander Groß aus Köln über seinen Vater Nikolaus Groß: "Nikolaus Groß - Arbeiterführer, Widerstandskämpfer, Glaubenszeuge".
      Bereits in der Weimarer Zeit hat der am 7. Oktober 2001 selig gesprochene Nikolaus Groß eine wichtige Rolle als Gewerkschaftssekretär und Hauptschriftleiter des KAB-Verbandsorgans eingenommen. Schon früh setzte er sich mit der aufkommenden NS-Bewegung in der "Westdeutschen Arbeiterzeitung" und in vielen Reden auseinander.
      Als die Nazis an die Macht kamen, arbeitete Nikolaus Groß in der Widerstandsbewegung an wichtigen Stellen mit, vor allem durch seine Verbindung zum Kreisauer Kreis und zu dem politischen Führungskreis um Jakob Kaiser und Karl Friedrich Goerdeler. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Nikolaus Groß verhaftet und über fünf Monate in Gestapohaft genommen.
      Seine Briefe aus dem Gefängnis sind das eindrucksvolle Dokument eines engagierten Christen. Zusammen mit einigen Kreisauern wurde Nikolaus Groß am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

zurück