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Christen und Juden – Aspekte einer 2000-jährigen Geschichte

Zu diesem Thema führte die Evangelische Akademie Recklinghausen vom 7. bis zum 12. November 2004 eine Theologische Studientagung in Wittenberg durch. Die Studientagung wurde veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem „Seminar für Judaistik / Jüdische Studien der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg" und wurde geleitet von Frau Diana Matut MA, die bereits im Mai 2004 von der Evangelischen Akademie zu einem Vortrag nach Recklinghausen eingeladen worden war. Das anspruchsvolle, mit vielen schriftlichen Beispielen und Dokumenten unterlegte Programm führte die 34 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studientagung durch die wechselvolle, überwiegend von Feindschaft und oft von Grausamkeiten geprägte 2000-jährige Geschichte des Verhältnisses von Juden und Christen.

Im großen Seminarraum wird intensiv gearbeitet



Innenhof der Leucorea



Diana Matut zeigt Lavater und Lessing (stehend) bei Moses Mendelssohn (li.)
Bild von Moritz Daniel Oppenheimer (1856)
 



Kleines Pausengespräch zwischen den Sitzungen



Nach getaner Arbeit in froher Runde
 



Nach dem guten Abendessen ist gut Lachen
 



Peter Borggraefe lobt die Seminarleiterin



Im Brauhaus schmeckt das hauseigene Bier gut

War die frühe Christengemeinde in den ersten 50 Jahren nach der Zeitenwende schlicht und einfach eine der vielen jüdischen Sekten Jerusalems, so endete dies mit dem sog. Apostelkonzil, das im Jahre 48 n. Chr. in Jerusalem stattgefunden hat. Damals wandten sich die „Judenchristen" unter dem maßgeblichen Einfluss des Apostels Paulus der Heidenmission zu, und dies führte zum folgenschweren Bruch mit dem Judentum. Die theologische – man kann sogar sagen: ideologische – Abgrenzung zum Judentum brachte auf Seiten der Christen Vorwürfe hervor (z. B. die Juden seien verantwortlich für den Tod Christi und somit Gottesmörder), die einer historischen Nachprüfung niemals standhalten konnten, aber zum Ausgangspunkt vieler antijüdischer Vorurteile wurden. Wie tief der Graben zwischen Juden und Christen schon zu Zeiten der Römer geworden war, zeigt ein Auszug aus dem Brief, den der Mailänder Bischof Ambrosius 388 n. Chr. an den Kaiser Theodosius geschrieben hat:

„Was hat der Fromme gemein mit dem Ungläubigen?

Mit dem Ungläubigen müssen auch die Bezeugungen

des Unglaubens (gemeint war die Zerstörung der Synagogen)

ausgemerzt werden."

Fortsetzung auf Seite 2

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